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Ausstellung an der Uni Jena: von den Zeigermineralen, die an der Erdoberfläche Auskunft über Erze in der Tiefe geben können

Ein Cinnabarit (Zinnober) aus dem Nordpfälzer Bergland.

Die Stoffe sind bei Sammlern sehr beliebt, verändern sich aber durch Verwitterung oder Oxidation an der Luft

Erze schlummern meist viele 100 m tief in der Erde. Um sie zu finden, reicht allerdings oftmals ein waches Auge an der Erdoberfläche und etwas mineralogische Kenntnis: Denn sogenannte Zeigerminerale markieren oftmals die Erzlagerstätten in der Tiefe. Dieses Phänomen steht im Mittelpunkt der neues Ausstellung in der Mineralogischen Sammlung der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Aus der Tiefe ans Licht!“ lautet ihr Titel.

„Wir möchten mit unserer Ausstellung zum einen zeigen, welche verschiedenen Bedingungen überall auf der Welt Erze hervorbringen und wie die Minerale dann schließlich genutzt werden“, sagt Ausstellungsmacherin Dr. Birgit Kreher-Hartmann. „Zum anderen wollen wir vor Augen führen, welche – äußere und innere – Vielfalt Erze aufweisen können, obwohl sie zu großen Teilen aus den gleichen Elementen bestehen.“

Denn solange Minerale im Verborgenen geschützt lagern, bewahren sie ihre chemischen Eigenschaften. An diesen Eigenschaften hat der Mensch ein bergmännisches Interesse.

Kommen sie allerdings an oder kurz unter der Erdoberfläche mit äußeren Einflüssen in Berührung, dann wandeln sie sich etwa durch Verwitterungsprozesse oder Oxidation in sogenannte Sekundärminerale um.

Die Kustodin der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena, Dr. Birgit Kreher-Hartmann, mit einem Pyromorphit (Grünbleierz) aus Slowenien.

Das macht sie für eine Nutzung zwar weitgehend uninteressant, doch oftmals gewinnen sie dadurch ein auffälliges Äußeres. Während zum Beispiel das Kobalterz unter der Erde grau ist, erscheint das Kobaltarsenat Erythrin – auch Kobaltblüte genannt – an der Oberfläche in einem kräftigen Rosa.

Nicht zuletzt dank dieser Farbgebung eignen sich die Sekundärminerale gut als Zeigerminerale, die auf Lagerstätten in der Tiefe hinweisen. Kupferkarbonate wie der grüne Malachit und der blaue Azurit könnten etwa auf eine darunterliegende Kupfermine hindeuten. Umgekehrt treten diese Umbildungen auch häufig in ehemaligen Abbaugebieten auf und liefern Informationen über mögliche Bodenbelastungen. Bleisulfate können also mögliche Schwermetallkonzentrationen kennzeichnen.

Jedoch: „Während diese Minerale für eine industrielle Verwertung nicht infrage kommen, sind sie aufgrund ihres attraktiven Äußeren sehr beliebt bei Sammlern“, sagt Dr. Birgit Kreher-Hartmann, die die Ausstellung gemeinsam mit Studierenden der Geowissenschaften erarbeitet hat. Die Jenaer Mineralogen zeigen in der Ausstellung sowohl Exponate aus der eigenen Sammlung als auch Leihgaben, unter anderem aus der Slowakei.

Die Ausstellung „Aus der Tiefe ans Licht“ in der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena (Sellierstraße 6) ist bis zum 25. April 2019 zu sehen. Die Schau ist regelmäßig Montag und Donnerstag von 13 bis 17 Uhr, am Sonntag, 2. Dezember, von 13 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung bzw. weiteren Ankündigungen geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Mineralogische Sammlung der Uni Jena

Quelle: Universität Jena

Fotos: Jan-Peter Kasper/FSU

(23.02.2019)