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Neue Uferpromenade mit Naturstein für den Rhein in Basel

Die Neue Uferpromenade am Rhein in Basel.

Mit Kalksteinmauern in geschwungenen Linien wurden die Wellen und Turbulenzen eines Wasserlaufs in der Böschung angedeutet

„Undine“ hatten die Landschaftsarchitekten Hager Partner ihren Entwurf für die Neugestaltung eines kleinen Teils des Rheinufers in Basel genannt. Dieser Name bezieht sich auf die uralten Mythen der Wassernyhmphen, die in Quellen oder Bächen leben und deren Gesänge man als Murmeln des Wassers hören kann. Berühmte Varianten sind das Doanuweibchen in Wien oder die Loreley am Rhein bei Koblenz.

Blick auf die Dreirosenbrücke: Das Ufer im Jahr 2006...... und 10 Jahre später 2016.Blick von der Dreirosenbrücke: Das Ufer im Jahr 2006... ... und 10 Jahre später 2016.

Und nun, nachdem nach 9 Jahren Planung und Bauzeit die rund 600 m lange Promenade im Basler Stadtteil St. Johann fertiggestellt ist, hat sie wirklich etwas Zauberhaftes: aus dem ehemaligen tristen Industriegelände des Stadthafens, das für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war und nur hässliche Fabrikhallen trug, ist nun ein Uferweg entstanden, der sich schon nach kurzer Zeit zu einer neuen Attraktion der Stadt entwickelt hat.

Die erkleckliche Summe von rund 27 Millionen Schweizer Franken wurde gut investiert.

Eine wichtige Rolle für das Gelingen spielt der Naturstein, der die mit seiner warmen und gelblichen Farbe den Wänden am Ufer ein natürliches Erscheinungsbild gibt.

Denn die Böschungen, wie es sie entlang eines großen Flusses als Hochwasserschutz braucht, sind hier auf verschiedenen Ebenen als wellenförmige Wände gestaltet. Getreu der „Undine“-Vorgabe kann man in den Wegen sowie in den Rampen und Teppen dazwischen die Strömungen in einem Wasserlauf und seine Turbulenzen wiedererkennen: „Sie gehen ineinander über, verschmelzen, lösen sich wieder und suchen sich ihren Weg scheinbar zufällig“, schwärmen die Architekten.

Der Uferweg verläuft auf zwei Ebenen: einmal nur wenig über dem Wasser, von hier aus gibt es Einstiegsmöglichkeiten für Schwimmer in den Fluss (und auch unauffällige Duschgelegenheiten), und dann in sicherer Höhe vor dem Hochwasser.

Dieser sehr viel breitere Promenadenweg hat Erweiterungen mit Sitzgelegenheiten. Die Uferwand ist an diesen Stellen durch ein Staketengeländer [paling banister, picket banister?] ersetzt, so dass man auch im Sitzen einen ungestörten Blick aufs Wasser hat.

Aus den Kiesflächen rund um Bäume sollen sich im Lauf der Zeit ökologische Nischen entwickeln. „Der spontane Bewuchs mit Gräsern, Kräutern, Farnen und Moosen führt zu einer sukzessiven Besiedlung und Patina der Anlage, die Mauern verwandeln sich langsam in hängende Gärten“, schreiben die Architekten. Um die Vorkommen des Bibers in der weiteren Umgebung zu vernetzen, wurden Ökobuhnen und Unterstände geschaffen.

Und weiter: „Der Wert und die Bedeutung steigen mit fortschreitendem Alter.“

Dazu passt natürlich der Kalkstein, der schon jetzt dem Gelände eine gewisse Patina gibt. Er wurde verwendet, um die Betonmauern zu verkleiden.

Die Neue Uferpromenade am Rhein in Basel. Die Neue Uferpromenade am Rhein in Basel. Die Neue Uferpromenade am Rhein in Basel.

Aufgrund der vielen Biegungen ist das mit senkrecht an den Betonmauern angebrachten Steinbahnen von 16, 22 und 28 cm Breite geschehen. Deren Oberflächen sind spaltrau, bruchrau und geschliffen.

Groß war auch hier der Aufwand. Denn es waren zahlreiche Sonderformate herzustellen, die sich teils nur direkt auf der Baustelle zuschneiden ließen.

Die Firma Franken Schotter aus Deutschland lieferte rund 10.000 m² Dietfurther Kalkstein. Die Installation der Steine hatte die Firma StaudtCarrera aus Zwingen in der Schweiz übernommen. Die Firma Pronag erstellte die komplizierte Detailplanung für die Verwendung des Steins.

Durch das „Undine“-Konzept haben die Basler Bürger nicht nur einen neuen Zugang zu ihrem Rheinufer belkommen. Der neue Weg mit verknüpft zwei schon länger vorhandene Strecken. So kann man nun von der Basler Innenstadt ohne Unterbrechungen über rund 3,5 km bis in die französische Ortschaft Huninque spazieren oder mit dem Fahrrad fahren.

pdf zur neuen Rheinuferpromenade

Hager Partner

Franken-Schotter

StaudtCarrera

Pronag

Fotos: Stadt Basel / Daniel Kessler, Franken-Schotter

Die Neue Uferpromenade am Rhein in Basel. Die Neue Uferpromenade am Rhein in Basel. Die Neue Uferpromenade am Rhein in Basel.

(28.02.2019)