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In der „Scultura della Memoria“ in Pesaro behandelt der Künstler Giuliano Vangi die großen Themen des Menschseins

Giuliano Vangi: „Scultura della Memoria“.

Giancarlo Selci, Gründer der Biesse Group, hatte das Werk als Erinnerung an seine Ehefrau Anna in Auftrag gegeben

Ganz schlicht ist der Titel der modernen Arbeit aus Kalkstein, die seit April 2018 einen Platz in der Ortschaft Pesaro in Italien ziert: „Scultura della Memoria“ (Skulptur der Erinnerung) hat sie der Künstler Giuliano Vangi genannt. Aber es geht in ihr um die großen Themen des Menschseins, um die Liebe, die Kunst, die Erinnerung und um die Zeit, die scheinbar spurlos vergeht.

Gestiftet hat das zeitgenössische Werk Giancarlo Selci, Gründer der heutigen Biesse Group, einem Konzern mit Sparten verschiedener Maschinen für die Bearbeitung unter anderem von Naturstein. Er hat das Denkmal seiner Ehefrau Anna Gasparucci Selci gewidmet, die er bei der Eröffnung folgendermaßen beschrieb: „Meine Frau war eine starke, visionäre, charismatische Person: eine einfühlsame und mutige Geschäftsfrau, und ich hatte das Glück, ihr nahe zu sein. Gemeinsam haben wir Biesse groß gemacht. Sie hatte eine Leidenschaft für Kunst und Kultur, und war davon überzeugt, dass es keine Unternehmenskultur ohne eine Kultur der Schönheit und des Guten geben können.“

Im Zuge der Umgestaltung der Piazza Mosca in Pesaro unweit von Rimini bot sich die Gelegenheit, ihr ein Denkmal zu setzen.

Giuliano Vangi: „Scultura della Memoria“.

Im Mittelpunkt der mehrteiligen Skulptur aus dem feinkörnigen Kalkstein Pietra di Apricena steht gleich mehrfach die Liebe zur Kunst: auf der einen Seite kommt ein antiker Schauspieler wie aus den Kulissen heraus und auf den Betrachter zu; vor sein Gesicht hält er eine goldene Maske.

Giuliano Vangi: „Scultura della Memoria“.

Auf der anderen Seite steht eine Frauenfigur, unverkennbar aus dem Volk, die sich überrascht, aber nicht unfreundlich, einen Auszug aus der Partitur der Oper Der Barbier von Sevilla anschaut.

Gioachino Rossini komponierte die Musik. Er stammte aus Pesaro, im Jahr 2018 wurde sein 150. Todestag gefeiert.

Ein anderes Gesichtsrelief in der glatten Steinwand erinnert an Federico da Montefeltro, der sich als kunstinniger Herrscher und Mäzen hervortat. Weitere Reliefs würdigen berühmte Persönlichkeiten.

Hier geht es um die große Kunst und Italiens große Vergangenheit.

Giuliano Vangi: „Scultura della Memoria“.

Beinahe am Rande wird auch die Zuneigung unter den Menschen und auch die Zukunft behandelt: am anderen Ende der Skulptur sitzt ein junges Paar auf einer Bank und hält sich umarmt. Sie sind aus einem Block gefertigt, in Innigkeit miteinander verschmolzen und scheinen einem gemeinsamen Gedanken nachzuhängen.

Neben ihnen ist noch Platz auf der Bank. Gegenüber steht eine weitere Sitzgelegenheit. Verfremdet sind die Gestalten, indem der Künstler die Gesichter stark verzerrt hat.

Unübersehbar ist auch, dass die Skulptur mit Maschinen gefertigt wurde. In Pesaro hat heute Biesses Firmentochter Intermac ihren Hauptsitz.

Anna Gasparucci Selci verstarb im September 2017.

Anna Gasparucci Selci

Video Giancarlo Selci (italienisch)

Biesse Group

Intermac

Pesaro

Fotos: Comune di Pesaro

(08.03.2019)