www.stone-ideas.com

Euroroc informiert: die Gesundheitsbedrohung in Steinmetz-Betrieben durch Quarz-Feinstaub ist weltweit ein Thema

Euroroc-Logo.

Übersicht über den Stand der Dinge weltweit

Update: On May 14, the Natural Stone Institute will partner with several US-departments for Public Health to present a free silica safety webinar for stone companies (see at the buttom of this report)

Die Belastung durch Quarz-Feinstaub an den Arbeitsplätzen der Steinmetze ist ein Thema weltweit. Zur Erinnerung: wer Arbeitsplatten aus Naturstein oder Kunststein trocken sägt und das über längere Zeiträume tut, handelt sich die so genannte Staublunge ein. Das war ehemals die gefürchtete Krankheit der Bergleute – die Folge ist am Ende eines solchen Arbeitslebens ein langsames und qualvolles Ersticken.

Fassen wir den aktuellen Stand des Arbeitsschutzes zusammen.

In den USA gilt seit Juni 2018 ein strenger Grenzwert auch für Steinmetzbetriebe. Die erlaubte Menge an Quarz-Feinstaub beträgt nun 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (50 µg/m³). Zuvor waren 250 Mikrogramm erlaubt gewesen. Der zeitliche Bezugsrahmen ist ein Arbeitstag von 8 Stunden.

Das Natural Stone Institute hat eine Reihe von Hilfen für die Betriebe erarbeitet, wie sie den Grenzwert einhalten können. Dazu gehört zum Beispiel eine Handlungsempfehlung (Silica Exposure Control Plan, ECP) mit Checklisten und mehr. Auch gibt es zahlreiche Online-Seminare. Auf einer Webpage sind alle Informationen zusammengefasst.

Tabelle aus dem Newsletter „The Cutting Edge”.

Die Tabelle aus dem Newsletter „The Cutting Edge” (Jan/Feb 2019) des Natural Stone Institutes zeigt aber, dass selbst in den USA das Problem nicht aus der Welt geschafft ist und es zahlreiche Übertretungen der Regeln gab. Im Jahr 2018 verzeichnete die zuständige Occupational Safety and Health Organisation (OSHA) Verstöße in 22 Firmen, die Arbeitsplatten herstellten (von insgesamt 2000 überprüften). Insgesamt wuden 51 Verstöße registriert und 35.743 US-$ an Strafen verhängt. Zunm Vergleich: über alles Wirtschaftsbereiche konstatierte die OSHA 2.838 Verstöße der Atemschutzbestimmungen und 3,36 Millionen $ an Strafen wurden verhängt.

Mike Loflin vom Natural Stone Institute ergänzt: „Die OSHA hat außerdem ein „Aktionsniveau“ (action level) auf der Höhe von 25 μg/m3 festgelegt. Solche Werte legen fest, wann aufgrund der vorhandenen Schadstoffe ein erhöhtes Monitoring durchzufürehn ist.“

Ein Video zeigt, wie Quarz-Feinstaub gemessen wird

Natural Stone Institute Webpage

Broschüre zu Quartz-Feinstaub vom Marble Institute of America, dem Vorläufer des heutigen Natural Stone Institutes.
 

In der Europäischen Union kommen die Dinge in langsamen Schritten voran. So gab es eine Entscheidung der EU-Kommission, den Grenzwert auf 100 Mikrogramm festzulegen. Das ist das Doppelte des US-Grenzwerts. Jedoch ist das Inkrafttreten vorerst vertagt: der Zusammenschluss der Firmen-Verbände, unter anderem mit Euroroc als Vertreter der Natursteinbranche, hatte sich einen „Dialog aller Beteiligten“ gewünscht, wie es schon in ähnlichen Fällen praktiziert worden war.

Es sollte zum Beispiel – im Konsens – entschieden werden, wie und wo die Grenzwerte künftig gemessen werden oder wie man das Thema den Steinmetzen vor Ort nahebringen kann.

Die Kommission hat nun gut 500.000 € für diesen Dialog bereitgestellt. Er hat Ende Februar 2019 begonnen.

Ohnehin liegen die meisten EU-Länder mit ihren nationalen Grenzwerten deutlich unter dem Vorschlag aus Brüssel. Einige jedoch liegen weit darüber, und es ist zu hören, dass dort mit dem neuen Grenzwert wenigstens ein Drittel der Steinmetz-Betriebe schließen müsste.

Anmerkung: Auch wenn nach dem Ende des Dialogs in 2 Jahren ein konkreter Weg hin zu mehr Schutz vor Quarz-Feinstaub vorliegt, tritt damit der Vorschlag der Kommission nicht in Kraft. Die Entscheidung trifft das EU-Parlament, und das hatte sich schon einmal für den Grenzwert der USA von 50 Mikrogramm ausgesprochen.

Schließlich: nach einer Entscheidung des EU-Parlaments werden noch sämtliche Mitgliedsstaaten in ihren heimischen Parlamenten den neuen Grenzwert absegnen müssen.

Zusammenschluss der Verbände europaweit (NEPSI)
 

In Australien gelten jene 100 Mikrogramm, die auch die EU-Kommission vorgeschlagen hat. Über den Stand der Dinge auf den 5. Kontinent informiert die Webpage „Safe Work Australia“ der Regierung.

Allerdings: immer wieder berichtet die britische Fachzeitschrift Stone Specialist von Fällen, wo Arbeiter die Schutzmaßnahmen sträflich missachteten und die Sägen am Arbeitsplatz trocken betrieben. In einem Fall war ein Betroffener mit der Begründung vor Gericht gezogen, dass ihn die Firma nicht über die Bedrohung informiert habe.

Safe Work Australia

Stone Specialist (1, 2)
 

Auch in Indien sind die Gefahren durch Quarz-Feinstaub ein Thema in der Öffentlichkeit. Kürzlich gab es eine Untersuchung bei Arbeitern im Bergbau in Rajasthan, bei der herauskam, dass ungebildete (und folglich ärmere) Arbeiter kaum von der Gefahr wissen und sich kaum schützen.

Das Land arbeitet mit der Weltgesundheitsorganisation WHO zusammen, um die Dinge voranzubringen.

Studie Rajasthan

Die WHO gibt ein paar Zahlen zu der Situation in Lateinamerika und China vor 20 Jahren (1, 2).
 

Update: The National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) will be hosting a free silica safety webinar on Tuesday, May 14 at 11am PST. Designed for stone countertop fabrication employers, the webinar will describe the dangers of silica exposure, outline employer requirements to comply with OSHA’s Respirable Crystalline Silica Rule, and offer methods employers can use to protect workers.

During the webinar, representatives from OSHA, NIOSH, and the California Department of Public Health will provide information related to silica exposure, including health risks, methods to protect employees from silica dust, and OSHA requirements. Two Natural Stone Institute Accredited members, Jonathan Mitnick (CCS Stone) and David Scott (Slabworks of Montana) will provide practical tips on controlling worker exposure to silica dust and share the steps they took to ensure their shops were OSHA compliant.

Mark Meriaux, Accreditation and Technical Manager for the Natural Stone Institute commented: „It is important for fabricators to comprehend the health risks involved with silicosis, both personally and for employees, and to understand what can be done to minimize the risks. There is currently at least one documented case of silicosis in California tied to a fabrication shop, so now is the time to get this message out to fabricators. We look forward to working with NIOSH to share this message.”

To register for this free webinar, visit http://www.naturalstoneinstitute.org/NIOSH or contact Mail

(24.03.2019)