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Neues Mineral in den Dolomiten entdeckt: der Fiemmeit

Der Fiemmeit unter dem Mikroskop.

Forscher des Museo delle Scienze (MUSE) haben das Material nach dem Val di Fiemme benannt

Eine neue Mineralienart ist entdeckt und nach ihrem Fundort benannt worden, nämlich dem Fleimstal (Val di Fiemme) im Trentino: der Fiemmeit. Die Entdeckung gelang Forschern des MUSE (Museo delle Scienze, Museum für Wissenschaft) in der Ortschaft Trient.

„Neue Mineralienarten werden viel seltener entdeckt als neue Lebewesen“, erklärt Paolo Ferretti vom MUSE, „was diesen Fund darüber hinaus zu etwas ganz Besonderem macht, ist die Tatsache, dass der Fiemmeit aus einer Region – den Dolomiten – stammt, die zu den am besten erforschten Gegenden der Welt zählt. Und seit 1815 wurde in den Dolomiten kein neues Mineral mehr entdeckt.“

Die Entdeckung gelang den MUSE-Forschern Paolo Ferretti und Ivano Rocchetti in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Universität Mailand Francesco Demartin und Italo Campostrini und dank der aufmerksamen Führung eines leidenschaftlichen Mineraliensammlers aus der Umgebung, Stefano Dallabona (Mineralogische Gruppe Fassa und Fiemme). Die offizielle Anerkennung erfolgte durch die Kommission der IMA (International Mineralogical Association). Sie wacht über die Nomenklatur und Klassifizierung neuer Mineralien (CNMNC).

MUSE-Forscher Paolo Ferretti.

Fiemmeit ist ein organisches Mineral, das zur Gruppe der Oxalate gehört, in diesem Fall ein Kupferoxalat-Hydrat mit der chemischen Formel Cu2(C2O4)(OH)2•2H2O. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem.

Fiemmeit findet sich im Inneren der inkohlten Baumstämme, die sehr häufig in der Basalschicht des Grödner Sandsteins vorkommen, einer Sedimentformation, die im Oberen Perm vor ca. 260 Millionen Jahren aus einer Flusslandschaft entstand. Es ist sehr selten, mit dem bloßen Auge lassen sich winzige hellblaue Lamellen erkennen.

Fundstelle war das Bergwerk San Lugano in der Gemeinde Carano. Dort wurden Kupfermineralien (Chalkosin, Tennantit, Covellit) abgebaut, die in den hier besonders häufig vorkommenden inkohlten Hölzern konzentriert sind.

In San Lugano gibt es drei, alle drei Kupferoxalate: Middlebackit (erst 2016 in Australien entdeckt), Moolooit und Fiemmeit, eine absolute Neuheit auf internationaler Ebene, was den Entdeckern die Gelegenheit gab, den Namen dieser Art dem Val di Fiemme (Fleimstal) zu widmen.

Bis heute findet sich Fiemmeit an keinem anderen Ort der Welt, und das Bergwerk San Lugano gilt als seine Typlokalität.

Quelle: Museo delle Scienze (MUSE)

(11.04.2019)