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Der Schiefer ist das Gestein des Jahres 2019

Schieferdeckung an einem Haus. Foto: Susen ReuterAus dem Schulunterricht erinnern wir uns, dass – aufgrund seiner Bedeutung – hierzulande ganze Gebirgszüge nach ihm benannt sind

Im Jahr 2019 ist der Schiefer das „Gestein des Jahres“. Dies hat das Kuratorium für das Gestein des Jahres, ein Gremium unter der Federführung des Berufsverbandes Deutscher Geowissenschaftler (BDG), bekanntgegeben.

Dr. Christof Ellger von der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung hat dazu eine Pressemitteilung verschickt:

Schiefertafel und Schiefergriffel, mit denen noch bis ins letzte Jahrhundert Generationen von Schulkindern ihre ersten Buchstaben schrieben, kennt man heute nur noch aus Museen (wie zum Beispiel dem Deutschen Schiefermuseum in Mayen oder dem Schiefermuseum im oberfränkischen Ludwigsstadt). Als edle und beständige Dacheindeckung oder Fassadenverkleidung und als Werkstein für Treppen oder im Gartenbau wird dieser Naturstein heute dagegen immer noch sehr geschätzt.

Als Schiefer werden Gesteine bezeichnet, die aus tonigen Ablagerungen durch Metamorphose (Umwandlung unter hohem Druck und/oder hoher Temperatur) entstanden und dabei gegebenenfalls auch gefaltet wurden. Die Schiefer zeigen eine gute bis ausgezeichnete Spaltbarkeit entlang engständiger Schieferungsflächen.

Auch nicht-metamorphe, meist feinkörnige Sedimentgesteine mit einer ähnlichen Spaltbarkeit, die aber hier durch wechselnde Schichtflächen hervorgerufen wird, werden traditionell als „Schiefer“ bezeichnet, zum Beispiel der Ölschiefer; diese sind jedoch im strengen petrographischen (gesteinskundlichen) Sinne keine Schiefer.

In ähnlicher Weise sind auch die „Kupferschiefer“ nicht eigentlich Schiefer, sondern kohlenstoffreiche tonig-mergelige Gesteine mit Kupfer-, Zink- und Bleibeimengungen aus der erdgeschichtlichen Phase, die nach diesen Ablagerungen Kupferschiefer genannt wird.

Schieferpark Lehesten, Thüringen. Foto: Susen Reuter

Zwar wurde Schiefer bereits im antiken Rom zum Decken von Dächern genutzt, als Blütezeit der Verwendung gelten jedoch Mittelalter und frühe Neuzeit. Er wurde so bedeutend, dass ganze Gebirgszüge wie das Rheinische Schiefergebirge und das Thüringer Schiefergebirge nach ihm benannt wurden.

Die in Deutschland vorkommenden Sorten entstammen alle dem Erdaltertum, in der Regel den Perioden des Devon und Karbon; die Gesteine sind über 300 Millionen Jahre alt.

Auch heute noch existieren in Deutschland Schieferbergwerke, so im oberfränkischen Geroldsgrün, wo der Lotharheiler Schiefer abgebaut wird, im Hunsrück (Schieferbergwerk Altlay), im Hochsauerland (das Verbundbergwerk Magog-Gomer-Bierkeller, dessen Schiefer unter dem Namen „Fredeburger Schiefer“ verkauft wird) und in Theuma bei Plauen im Vogtland („Theumaer Fruchtschiefer“).

Die Grube Katzenberg bei Mayen/Eifel wird trotz hoher Produktionszahlen und nach wie vor hoher Nachfrage bedauerlicherweise Ende 2019 schließen. Der Grund hierfür liegt hauptsächlich darin, dass der in Deutschland notwendige Untertagebau aufwändiger und teurer ist als der Tagebau in anderen Ländern wie zum Beispiel in Spanien.

Schiefer gilt außer als Dachschiefer als ideales Material für Fußböden und Wände, da er sowohl Hitze- als auch Kälteresistenz mit Haltbarkeit und Ästhetik verbindet.

In Geoparks und Museen, wie etwa im Fränkisch-Thüringischen Schieferland mit den traditionellen Vorkommen von Lehesten werden geologische Verhältnisse, Gewinnung und Verarbeitung von Dachschiefern anschaulich demonstriert. Eine weltbekannte Sehenswürdigkeit aus Schiefer ist der Loreleyfelsen bei St. Goarshausen im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, der vor allem durch die Sage um die schöne Loreley berühmt wurde.

Der Titel „Gestein des Jahres“ wird seit 2007 von einem Fachkuratorium unter Federführung des Berufsverbandes Deutscher Geowissenschaftler vergeben. Mit der Nominierung zum Gestein des Jahres 2019 sollen die unterschiedlichen Facetten des Schiefers der breiten Öffentlichkeit nahegebracht werden. Der Schiefer folgt damit der Steinkohle, die 2018 das Gestein des Jahres in Deutschland war.

GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung

(13.04.2019)