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Ausstellung „Durch Wände und Schichten. Querschnitte in Kunst und Wissenschaft“ in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich

Der polierte Querschnitt eines Stromatolithen zeigt ein solches Sedimentgestein, an deren Bildung Mikroorganismen beteiligt sind. Von außen sind es unscheinbare Knollen, die man meist an Küsten findet. Foto: Erdwissenschaftliche Sammlungen ETH Zürich

Tiefe Blicke durch Steine, Vulkane oder ganze Bergketten hindurch

Wer wissen will, was die Welt im Innersten zusammenhält, schneidet sie am besten auf. Kathedralen, Schädeldecken, Brunnenanlagen, Höllenkreise, Fruchtknoten, Vulkane, Raupen oder ganze Bergketten — dem neugierig forschenden Schnitt kann sich schier nichts und niemand entziehen. Ob quer, ob längs, einfach immer mittendurch! Die Ausstellung bis zum 30. Juni 2019 „Durch Wände und Schichten. Querschnitte in Kunst und Wissenschaft“ in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich präsentiert die geöffnete Welt in Bildern, in Modellen oder direkt am Objekt der Wissbegierde selbst.

Gezeigt wird zum einen, wie der Schnitt als Darstellungsprinzip des Einblicks funktioniert. Er wird als eine so vielseitige wie effektive Methode der visuellen Vermittlung vorgestellt, sei es in der Medizin, in der Architektur, Biologie oder Geologie. In exemplarischer Weise erzählen die Werke darüber hinaus viel über das symbiotische Verhältnis von Kunst und Wissenschaft.

Daneben wird diskutiert, wie Wissenschaftler zur Verbildlichung ihrer Erkenntnisse auf etablierte Methoden, Techniken und Inszenierungsstrategien der Kunst zurückgreifen, während umgekehrt Kunstschaffende sich die spezifische Bildsprache der Wissenschaften in einer Weise aneignen, die nicht selten einer Enteignung gleichkommt.

Unsichtbare Innenwelten mit einem glatten Durchschnitt offenzulegen, verbindet aber nicht nur Kunst und Wissenschaften, sondern auch ganz unterschiedliche Epochen: die Ausstellung zeigt Querschnitte vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Nicht alle davon stammen aus der Graphischen Sammlung ETH Zürich: Schillernde Gäste aus verschiedenen Sammlungen und Archiven der ETH treten mit ihnen in einen Dialog.

Zu ausgewählten Werken sind auch online Audiodateien über einen QR-Code abrufbar, die von den Kuratoren der Sammlungen und Archive oder von den Kunstschaffenden selbst gesprochen werden.

Ausstellung „Durch Wände und Schichten. Querschnitte in Kunst und Wissenschaft“ in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich, bis 30. Juni 2019

Quelle: ETH Zürich

(19.05.2019)