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Frankreich importierte im Jahr 2018 Natursteinwaren im Wert von 325,7 Millionen € (1,04 Millionen t)

Ein großes Thema in Frankreich ist die Gestaltung von Stadtzentren mit Naturstein. Das Foto zeigt einen Platz in der Stadt Sallanches zwischen Mont Blanc und Genfer See. Die Arbeiten wurden mit einem der Natursteinpreise des Jahres 2017 ausgezeichnet. Foto: Pierre Actual

Die Zeitschrift Pierre Actual hat die detaillierten Statistiken für Im- und Export veröffentlicht / Olympische Sommerspiele 2024

Frankreichs Natursteinbranche geht es wieder besser. „Unser Handel mit dem Ausland spiegelt die Dynamik auf dem heimischen Markt wieder“, schreibt Claude Gargi, Chefredakteur der Fachzeitschrift Pierre Actual. Er hat die detaillierten Statistiken des Jahres 2018 in der Ausgabe 3/2019 zusammengestellt.

Wie in vielen Ländern Europas übersteigen auch in Frankreichs Natursteinwirtschaft die Importe die Exporte bei weitem. Im Jahr 2018 führte das Land Natursteinwaren im Wert von insgesamt 325,7 Millionen € ein (1,04 Millionen t). Das war ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um +7,5% nach Wert und +7% nach Tonnage.

Die Ausfuhren beliefen sich auf 87,1 Millionen € (261.000 t). Das war ein Rückgang um (-)7,3% nach Wert und (-)16,8% nach Tonnage. Gargi sieht darin jedoch kein Indiz für einen Einbruch, denn im Jahr zuvor habe es lediglich enorme Ausfuhren nach Großbritannien gegeben.

Was Marmor und Travertin angeht, haben französische Firmen bevorzugt in der Türkei eingekauft: von dort bezog man Endprodukte dieser Sorten im Wert von 21 Millionen € (60.294 t). Zum Vergleich: die nächst folgenden Lieferanten waren Italien (5,5 Millionen €, 1563 t), Ägypten (2,5 Millionen €, 7974 t), Portugal (1,83 Millionen €, 725 t) und Spanien (1,38 Millionen €, 1392 t).

Auffallend ist, dass in Frankreichs Statistiken die Steinwaren für den Wegebau hohe Anteile sowohl bei den Importen als auch an den Exporten hatten (zwischen 25% und 43%). Man sieht das im Land: überall gibt es Plätze, Wege oder Trottoirs, die liebevoll und aufwändig mit Natursteinplatten oder -pflaster gestaltet sind.

Gargi erwartet in diesem Bereich Steigerungen in den kommenden Jahren und verweist auf die Baumaßnahmen im Rahmen des Projekts „Grand Paris“ (Modernisierung des Ballungsraumes) und im Zuge der Olympischen Sommerspiele 2024.

Noch einen weiteren Aspekt nimmt er speziell unter die Lupe: Er hebt hervor, dass die Lieferungen von Marmorprodukten aus China um 8000 t zurückgingen, wohingegen dieselben Importe aus Portugal und Spanien um je 9000 t anstiegen.

Seiner Einschätzung nach kann das ein erstes Anzeichen dafür sein, dass die Preisunterschiede zwischen Asien und Europa geringer werden und dass Lieferanten aus benachbarten Ländern wieder konkurrenzfähiger werden.

Allerdings weist er gleichzeitig darauf hin, dass die Franzosen im Jahr 2018 in Indien rund 14.000 t mehr als im Vorjahr einkauften.

Granitblöcke aus eigenen Steinbrüchen lieferten die Franzosen vor allen nach Italien und Polen.

Gargi hofft, dass die positiven Anzeichen sich in den kommenden Jahren sich verstärken: „Die französischen Steinbetriebe haben die Kapazitäten, um eine wichtigere Rolle auf dem Natursteinmarkt zu spielen“.

Der Beitrag auf französisch kann für 5 € online heruntergeladen werden (französisch).

(26.05.2019)