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Märkte: Große Nachfrage nach Kunst am Bau

(Juni 2010) Auf der Stonetech in Shanghai stießen wir auf eine Ausstellung von Skulpturen des spanischen Künstlers Ramón Aymerich. Eingeladen worden war er von der chinesischen und spanischen Handelskammer. Ziel der Schau war, der Steinbranche im Baugeschäft einen neuen Markt zu erschließen.

Im chinesischen Boom gibt es nämlich reichlich Nachfrage auch nach Skulpturen, mit denen die Auftraggeber ihre Bürohäuser und ebenso die Parks in den neuen Stadtvierteln oder einfach nur markante Straßenkreuzungen schmücken wollen. Solcherart Verwendung von Stein wäre gleichzeitig eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit für das Material, so einer der Organisatoren der Ausstellung, Pedro Valcarel Reyes von der Firma Ouhua Stone.

Zur Messe: Die Stonetech ist viel kleiner als ihre große Schwester in Xiamen. Nur vier Hallen hatte sie in ihrer 17. Ausgabe auf dem modernen und gut erreichbaren Gelände im Stadtteil Pudong belegt. Dass mehr als eine davon von Maschinenherstellern belegt war, ist überraschend. Denn die Steinbranche um Shanghai herum ist nicht mit dem Zentrum in der Umgebung von Xiamen zu vergleichen.

Die Stonetech findet rund vier Wochen später als die Messe in Xiamen statt, üblicherweise im Wechsel zwischen den Standorten Peking und Shanghai. Zuletzt blieb man drei Jahre hintereinander in der Millionenstadt an der Südküste, dies auch deshalb, weil dort gerade die Weltausstellung Expo stattfindet (siehe unten).

„Im nächsten Jahr kehren wir aber wieder in die Hauptstadt zurück“, stellte Kevin Wang vom Veranstalter klar, „und danach sehen wir weiter.“ Denn vielleicht ist Peking der auf Dauer interessantere Standort: die Hauptstadt ist das Verteilzentrum für die Wachstumsregionen im Nordwesten und Nordosten Chinas, hier insbesondere den „Bohai-rim Economy Circle“ im Umkreis der Stadt Qinhuangdao. Außerdem gibt es dort eine enorme Bautätigkeit im hochwertigen privaten Wohnungsbau.

Was das Profil der Stonetech angeht, scheinen die Veranstalter Architektur und Design als Markenzeichen entwickeln zu wollen. An zwei halben Tagen gab es einen Kongress zu den beiden Themen.

Auffallend war die starke Präsenz des Iran, von wo 16 der insgesamt rund 75 ausländischen Ausstellern kamen. Vertreten war auch der Inselstaat Taiwan mit seiner Natursteinorganisation. Derzeit ist die Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens zwischen den beiden Chinas im Gespräch.

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