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Studierende entwerfen ein „Haus der Steine – Kalksteinmuseum Altmühltal“ für einen stillgelegten Steinbruch

Blick in den stillgelegten Steinbruch in Mühlheim (Landkreis Eichstätt, um den es in dem Projekt geht.Das Netzwerk Naturstein Altmühlfranken will die Bedeutung und die Möglichkeiten des lokalen Steins an die Öffentlichkeit bringen

Im Rahmen des Studienprojekts „Haus der Steine – Kalksteinmuseum Altmühltal“ erstellen Architekturstudierende der Technischen Universität Dresden ein Museumskonzept für einen stillgelegten Steinbruch in Mühlheim (Landkreis Eichstätt). Es ist eine Initiative des Netzwerks Naturstein Altmühlfranken und soll die Geschichte und Gegenwart von Deutschlands bekanntestem Kalksteinvorkommen und des Kalksteingewerbes dort architektonisch darstellen.

Dabei entwerfen die Studierenden einen Museumsbau, der sich in der Nähe jenes Steinbruchs befinden und sich architektonisch in die Umgebung einfügen soll.

Bereits im April besuchten die 33 Projektteilnehmer das Entwurfsgrundstück, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu verschaffen; ihre Projektarbeiten inklusive detaillierter Zeichnungen müssen sie im August einreichen.

„Natürlich ist es in erster Linie wichtig, dass die Studierenden das Entwerfen und Konstruieren üben. Gleichzeitig möchte ich sie aber auch für das Thema Bauen mit regionalen Materialien sensibilisieren“, sagt Professor Ansgar Schulz von der TU Dresden, der gemeinsam mit seinem Bruder Prof. Benedikt Schulz das Projekt betreut.

Bei der Planung müssen die Nachwuchs-Architekten ökologische Aspekte berücksichtigen: „In Zeiten von Rohstoffknappheit und Erderwärmung spielt das Thema nachhaltige Konstruktion eine immer wichtigere Rolle. Die Studierenden sollen den Museumsbau deshalb vor allem mit regionalem Kalkstein und heimischem Material planen“, so Ansgar Schulz.

Initiiert wurde das Projekt vom 2013 gegründeten Netzwerk Naturstein Altmühlfranken, das die öffentliche Wahrnehmung für das Naturprodukt Stein stärken will. „Mit dem ‚Haus der Steine‘ wollen wir das Interesse zukünftiger Architekten an Baumaterialien wie Juramarmor und Solnhofener Plattenkalk wecken. Unsere regionalen Baumaterialien weisen eine sehr gute Ökobilanz auf: Nicht nur aufgrund kurzer Transportwege, sondern auch, weil sie lange haltbar sind“, sagt Holger Weisel, Netzwerkpartner und Geschäftsführer der SSG Solnhofen Stone Group.

Geplant sei, das Projekt auch in Zukunft im Rahmen einer Sommerakademie weiterzuführen, jedes Jahr mit einer anderen Hochschule. Auch eine Wanderausstellung mit Exponaten der Steinindustrie soll in diesem Jahr an wechselnden Orten in der Region Altmühlfranken realisiert werden.

Das Netzwerk wird vom Cluster Neue Werkstoffe der Bayern Innovativ GmbH koordiniert. Es ist ein Zusammenschluss der regional ansässigen Natursteinbetriebe Franken Schotter, Max Balz (ein Unternehmen der Geiger-Gruppe), Solnhofen Stone Group, Schotter- und Steinwerk Weißenburg, Vereinigte Marmorwerke Kaldorf sowie der Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen und Eichstätt und der „STEINreichen5” – ein Verbund der Städte und Gemeinden Langenaltheim, Mörnsheim, Pappenheim, Solnhofen und Treuchtlingen. Seit 2018 ist der Markt Titting ebenfalls Partner im Netzwerk. Der zum Landkreis Eichstätt gehörende Markt Titting liegt im nördlichen Teil des Regierungsbezirkes Oberbayern, direkt an der Grenze zu Mittelfranken. Titting ist bedeutender Standort des Abbaus von Juramarmor.

Netzwerk Naturstein Altmühlfranken

Quelle: Netzwerk Naturstein Altmühlfranken

(04.06.2019)