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Der Mehringplatz in Berlin erhält wieder ein kleinteiliges Natursteinpflaster

Entwurf des sanierten Mehringplatzes mit Natursteinpflaster. Quelle: LavalandSanierung des einst wichtigen südlichen Endpunktes der Friedrichstraße mit dem markanten Häuserrondell

Am Ende soll es auf dem Berliner Mehringplatz ein historisches Natursteinpflaster geben, wenn die umfangreichen Baumaßnahmen in voraussichtlich 2 Jahren abgeschlossen sind. Es handelt sich um einen wichtigen Platz im Bezirk Kreuzberg, der aber in den letzten Jahren heruntergekommen war und an dem sich zuletzt vor allem die Trinkerszene traf. Dabei ist der Ort die südliche Begrenzung der berühmten Friedrichstraße, die im Kaiserreich die Amüsiermeile der Stadt war und heute wieder Einkaufsviertel mit vielen noblen Geschäften ist.

In einem Wettbewerb hatten die Berliner Landschaftsarchitekten der Arge Lavaland/Treibhaus schon 2015 den Gewinnerentwurf vorgelegt. Doch dann verzögerte sich der Baubeginn und am Ende reichte das eingeplante Budget nicht mehr aus. Inzwischen hat der Senat angesichts von Preissteigerungen die bereitgestellten Finanzmittel von 3,5 Millionen € auf 5,9 Millionen € erhöht.

Seit Anfang des Jahres wird gebaut.

Luftaufnahme aus dem Jahr 1933: links die U-Bahn, daran anschließend das Rondell des Mehringplatzes und aus ihm hervorgehend die Friedrichstraße. Foto: Walter Mittelholzer / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Grundgedanke des Gewinnerentwurfs ist, den Platz mit seinem markanten Rondell wieder als „einen der drei ikonischen Stadttorplätze entlang der historischen Akzisemauer Berlins“ wieder erkennbar zu machen, wie die Berliner Zeitung berichtete. Denkmalgerecht erneuert wird auch das Stadtmobiliar und die Beleuchtung.

Die Akzisemauer war eine Begrenzung, die der Soldatenkönig Friedrich I. in den 1730er Jahren hatte errichten lassen. Hier zahlten die Lieferanten den Zoll (Akzise), um ihre Waren in der Stadt verkaufen zu dürfen. Großer Aufwand wurde getrieben, um Deserteure aus dem Personenstrom herauszufischen.

Es gab 18 Zolltore rund um Teile der späteren Bezirke Kreuzberg, Mitte und Friedrichshain. Das Markanteste von ihnen ist das Brandenburger Tor, damals schon repräsentativ aus Naturstein (hauptsächlich Sandstein) errichtet.

Am heutigen Mehringplatz bot das Hallesche Tor Zugang zu großen Friedhöfen, die, wie damals üblich, vor der Stadtmauer lagen.

Der Mehringplatz um 1730. Blick aus Richtung der Friedrichstraße zum Halleschen Tor. Am Horizont der Höhenzug des Teltow, auf dem 200 Jahre später der Flughafen Tempelhof errichtet wurde. Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Anfangs bestand die Begrenzung nur aus Holzpalisaden. In späteren Jahrhunderten wurde sie zu einer Mauer verstärkt. Als Berlin mit der Industrialisierung zu einer Millionenstadt geworden war und sich weit in ehemalige Umland ausgedehnt hatte, wurde auf Teilen der Strecke der Akzisemauer die neue U-Bahn gebaut, so etwa die Linie 1 in Kreuzberg vom Halleschen Tor zum Schlesischen Tor.

Lavaland

(09.06.2019)