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Die Bildhauerin Agnessa Petrova aus Bulgarien schafft monumentale Skulpturen aus Naturstein

Skulptur von Agnessa Petrova.Skulptur von Agnessa Petrova.

Der Wechsel gehört zu ihrer Kunst: vom Konkreten zum Abstrakten, von der Bildhauerei zur Malerei und zwischen den Materialien hin und her

Manche von Agnessa Petrovas monumentalen Skulpturen beginnen auf der einen Seite als geometrische Figuren und lösen sich gegenüber oder unterwegs in fließende Bewegungen auf, so als hätte vielleicht ein Wind durch den Stein hindurchgeweht.

Nicht zuletzt dürften bei diesen Formen auch ihre Kindheitserlebnisse ein Rolle spielen. Denn sie wuchs im Badeort Varna am Schwarzen Meer auf, und, wie sie einer Mail schreibt, begeisterte sie sich für die Wellen und das Wasser, das die Küstenlinie einerseits bedeckt und andererseits dennoch den Untergrund sichtbar lässt.

So wie sie in ihren Arbeiten gerne das Geometrische mit dem Abstrakten mischt, so gehört in vielerlei Hinsicht der Wechsel zu ihrem Lebensstil.

So lebt sie mit Ehemann (Bildhauer) und 2 Kindern (Tochter: Malerin, Sohn: angehender Videofilmer) in Bulgariens Hauptstadt Sofia und zieht zum Arbeiten gerne in eine Hütte in den Bergen. Sie schätze sehr die Natur um sie herum, schreibt sie in einer Mail, und auch, dass sie in der Einsamkeit immer die Familie im Kopf dabeihaben könne.

Skulptur von Agnessa Petrova.Skulptur von Agnessa Petrova.

Auch wechselt sie gerne zwischen den Kunstrichtungen Bildhauerei und Malerei sowie zwischen verschiedenen Materialien hin und her. Ihr liebstes Material ist Stein, besonders der Marmor mit seinen Lichteffekten an der Oberfläche, daneben gibt es von ihr auch Arbeiten in Holz oder Metall und sogar in vergänglichen Stoffen wie Eis und Schnee.

Aus dem, was sie in der ausführlichen Mail schreibt, kann man herauslesen, dass sie durch das Wechseln sich immer wieder den Kopf freipustet – „wenn ich nicht unterschiedliche Materialien ausprobiere, wird es mir langweilig“, schreibt sie an einer Stelle.

Daneben aber hat sie unverkennbar ihre festen Verankerungen in der Familie und ebenso in Bulgarien mit seiner Geschichte und seiner Kultur.

Skulptur von Agnessa Petrova.

Der Weg in die Kunst war ihr nicht vorbestimmt. Zwar war ihr Vater jemand, der Künstler hatte werden wollen und der dann Ingenieur wurde. Sie selbst aber war wohl eine Suchende – „ich wollte viele Dinge selber entdecken“, wie sie es formuliert.

Mit 14 Jahren ging sie auf die National High School of Fine Arts in der Hauptstadt Sofia. Danach absolvierte sie die National Art Academy, bekam den Preis als jahrgangsbeste Absolventin und legte noch einen Doktortitel in den Schönen Künsten drauf.

Das Faible für den Stein und die monumentale Form rührt daher, dass ihr hier gleichzeitig „Konzentration und Meditation“ abverlangt wird, wie sie schreibt: „Bei der Arbeit mit der großen Fräse Stunde um Stunde muss man aufpassen, was man macht, und kann gleichzeitig über die Form nachdenken.“

Skulptur von Agnessa Petrova.

Wichtige Anregungen für ihre Sicht der Kunst und der Welt bekam sie vom dem kanadischen Philosophen Charles Taylor und seinem 1991 erschienenen Buch „The Malaise of Modernity“ („Unbehagen an der Moderne“, 1995).

Wichtig sei für sie auch immer wieder die Teilnahme an Bildhauersymposien gewesen, wo sich Leute aus unterschiedlichen Kulturen austauschen und gegenseitig anregen.

Details zu ihrem Verständnis von Kunst kann man im SculpturesPacific Magazine nachlesen (pdf).

Agnessa Ivanova Petrova

Fotos: Agnessa Petrova

Skulptur von Agnessa PetrovaAgnessa Petrova.

(19.06.2019)