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Künstlerwettbewerb zum Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin

Denkmal für Ernst Thälmann in Berlin-Prenzlauer Berg (2016). Foto: Jan Künzel / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Das Überbleibsel aus DDR-Zeiten soll mit einem innovativen Konzept erklärt und in seinen geschichtlichen Rahmen gestellt werden

In einem deutschlandweiten Wettbewerb sollen Künstler innovative Konzepte für das Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin-Prenzlauer Berg entwickeln. Ziel ist, dass die Ideen „zu einer Belebung des Ortes beitragen und das Denkmal und den Platzraum innerhalb des städtischen Kontextes … erlebbar machen“, wie es in der Ausschreibung heißt.

Gemeint ist damit vermutlich, dass das monumentale Denkmal des KPD-Politikers und Arbeiterführers um eine Kommentierung ergänzt werden soll, die Besuchern die jüngere deutsche Geschichte erklärt. Dafür will der Stadtbezirk als Initiator die Kunst zu Hilfe nehmen, statt einfach nur Schrifttafeln oder Erklärposter im dortigen Park zu platzieren.

Der sowjetische Künstler Lew Kerbel hatte 1986 im Auftrag der DDR-Regierung die Bronzeskulptur zur Heroisierung eines der Helden der kommunistischen Arbeiterbewegung geschaffen. Das Werk ist 14 m hoch und 15 m breit und ruht auf einem Sockel aus Granit aus der Ukraine, der seit dem Ende der DDR übel mit Graffiti beschmiert ist. Prägend an der Darstellung ist die rechte Faust, die als Gruß des Rotkämpferbundes aus der Weimarer Republik gereckt ist, und ebenso die stilisierte Arbeiterfahne im Hintergrund.

Insgesamt stehen für den Wettbewerb 180.000 € zur Verfügung.

Ausschließlich professionelle Künstler mit Wohn- beziehungsweise Arbeitssitz in Deutschland zugelassen. Bewerben sich Gruppen, muss mindestens die Hälfte der Mitglieder teilnahmeberechtigt sein.

In der 1. Stufe sollen die Einreicher eine Ideenskizze mit konzeptuellen Überlegungen vorlegen. Aus ihren Reihen werden 10 Künstler ausgewählt, die in der 2. Verfahrensstufe Entwürfe für die Realisierung ihrer Ideen anfertigen. Dafür bekommen sie eine Aufwandsentschädigung von je 2.500 €. Die Teilnehmer der 1. Phase erhalten kein Honorar.

Danach ermittelt die Jury die Gewinner: ausgesetzt sind 2 Preise (3000 € beziehungsweise 2000 €) und eine Anerkennung (1000 €).

Die Gesamtsumme von 180.000 € inklusive Mehrwertsteuer umfasst sowohl die vorgenannten Preise und Aufwandsentschädigungen als auch alle Kosten für Honorare, Regie-, Material- und Herstellungskosten einschließlich sämtlicher Nebenkosten.

Einreichungen sind bis zum 26. September 2019 möglich.

Wer am Wettbewerb teilnehmen will, muss sich über die Online-Plattform Wettbewerbe Aktuell anmelden. Über die sind auch Rückfragen möglich beziehungsweise Einreichungen zu erledigen sind.

(07.07.2019)