www.stone-ideas.com

Nur ein kurzer Blitz: Wissenschaftler filmten einen Meteoriteneinschlag auf dem Mond während der Finsternis im Januar 2019

Der Einschlagsblitz, den ein Meteorit am 21. Januar auf der Oberfläche des Mondes während der Finsternis hervorrief. Quelle: J. M. Madiedo / MIDAS

Der Steinbrocken aus dem All hatte 44 kg Masse, einen Durchmesser von 30 bis 60 cm und traf mit 61.000 km/h auf

Die totale Mondfinsternis im Januar 2019 war ein Ereignis, das viele Himmelsbeobachter aus Nord- und Südamerika sowie Europa verfolgten. Danach meldeten sich auch Laien und berichteten, dass sie sie an einer bestimmten Stelle auf der Oberfläche des Erdtrabanten einen kurzen Blitz gesehen hätten. Dass es diesen Flash von wenigen Sekunden tatsächlich gegeben hat, und dass dahinter ein Meteoriteneinschlag stand, haben nun die Wissenschaftler Prof Jose Maria Madiedo von der University of Huelva und Dr. Jose L. Ortiz vom Institute of Astrophysics of Andalusia mit einem Video bestätigt.

Am 21. Januar 2019 hatte es eine totale Mondfinsternis mit einem spektakulären Blutmond gegeben. Um 0441 GMT, als gerade die Phase der totalen Finsternis begonnen hatte, zuckte ein kurzer Blitz auf der Mondoberfläche nahe des Kraters Lagrange H auf.

Wie die zahlreichen Rückmeldungen belegten, war die Erscheinung von 0,28 Sekunden Dauer mit bloße Auge zu sehen gewesen.

Madiedo und Ortiz hatten die Finsternis mit 8 Teleskopen des Moon Impacts Detection and Analysis System (MIDAS) von Südspanien aus verfolgt und die Vorgänge am Himmel aufgezeichnet. Dabei registrierten auch sie den Lichtblitz.

Bereits am 17. Juli 2018 hatten die beiden 2 ähnliche Lichtblitze auf der Mondoberfläche innerhalb von 24 Stunden registriert. Damals waren aber nur Fotos gemacht worden – ein Video solch eines Himmelsereignisse war zuvor nicht gelungen.

Da der Mond keine Atmosphäre hat, spielen sich Meteoriteneinschläge auf seiner Oberfläche mit ungehinderter Kraft ab: bei den großen Geschwindigkeiten, mit denen die Himmelskörper auftreffen, verdampft ihr Material sofort. Dabei entsteht glühender Staub, dessen Aufleuchten in diesem Fall für einen kurzen Moment von der Erde aus zu sehen war.

Da die MIDAS-Teleskope mit unterschiedlichen Wellenlängen arbeiten, ließen sich ein paar Abschätzungen zu dem Meteoriten formulieren: Laut Madiedo und Ortiz hatte er eine Masse von 45 kg, einen Durchmesser von 30 bis 60 cm und die Geschwindigkeit von 61.000 km/h.

Die Wucht seines Aufschlags entsprach 1,5 t TNT und es entstand wohl ein Krater von 15 m Durchmesser, in dessen Volumen 2 Doppeldecker-Busse passen würden. Kurzzeitig herrschten beim Aufschlag 5400 Grad Celsius. Das entspricht ungefähr der Temperatur auf der Sonnenoberfläche.

Die Wissenschaftler wollen nun ihre Beobachtungsmethoden verfeinern. Denn mehr über die Häufigkeit und die Kraft solcher Einschläge zu wissen ist wichtig für die geplante Rückkehr des Menschen zum Mond.

Die Erkenntnisse wurden in den Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht.

Video

Einschläge am 17. Juli 2018

Notices of the Royal Astronomical Society

(18.07.2019)