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Ein Turkmenischer Teppich aus rotem Natursteingranulat für die Wilhelminenbrücke in Hamburg

Der alte Teppich im persischen Stil auf der Wilhelminenbrücke in Hamburg. Foto: Pauli-Pirat / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Das bisherige Kunstwerk von Bildhauer Frank Raendchen im persischen Stil auf dem Bürgersteig soll neu gestaltet werden

Eine besondere Art von Tapetenwechsel vollzieht sich bis zum 27. August an der Kehrwiederspitze in Hamburg: dort wird der alte Perserteppich auf dem Bürgersteig in einen Turkmenischen Teppich umgestaltet. Dabei ersetzt künftig die rote Farbe die orientalische Buntheit, wie bei den Vorbildern üblich. Wiederum ist Natursteingranulat mit Harz das Material.

Folgendes ist die Geschichte hinter dem edlen Belag für ein banales Trottoir: im Jahr 2005 erstellte der Bildhauer Frank Raendchen im Rahmen der Aktion „Kunst und Kultur in der HafenCity“ den ungewöhnlichen Belag für die Wilhelminenbrücke über das Kehrwiederfleet. Finanziert wurde das Kunstwerk von der Körber-Stiftung, die just dort ihren Hauptsitz hat und die normalerweise ihr Geld für tief gehende Projekte aus den Bereichen Politik, Wissenschaft und auch Kultur ausgibt.

Frank Raendchen wollte damals mit seinem Orientteppich auf den Fußweg ins neu gestaltete Hafenviertel an die Rolle der Speicherstadt als bedeutender Handelsplatz für solche geknüpften Kunstwerke erinnern. Als Material wählte er dafür ein Granulat aus Marmor, Quarzit und Granit mit Kunstharz.

Es war gewissermaßen eine Art von Terrazzo, hier jedoch nicht mit Zement sondern dem häufig im Zusammenhang mit Naturstein verwendeten Bindemittel.

Das Kunstwerk von 27 m Länge, 2,40 m Breite und 1,5 t Gewicht wurde im August 2016 restauriert.

Nun soll es erneuert werden. Und weil die Körber-Stiftung in diesem Jahr ihr 60jähriges Jubiläum feiert, wollte der Künstler ihr diesmal einen Roten Teppich auslegen, wie es auf der Webpage der Stiftung heißt. Zudem sollte das Schmuckstück die Farbe der Backsteingebäude der alten Speicherstadt aufgreifen.

So kam er zu Turkmenischen Teppichen als Vorbild.

Die Stiftung hat übrigens Interessierte aufgerufen, sich am Zusammenmischen des Materials und am Einfüllen in die Schablonen für das Teppichmuster zu beteiligen.

Natursteingranulat für solche Zwecke zu verwenden ist so unüblich nicht. Abgesehen vom altbekannten Terrazzo ist das ganz fein gemahlene Steinmehl auch ein beliebtes Scheuermittel in der Zahnpasta. In Carrara stellt die dortige Steinbranche solche Pulver in großen Mengen aus Abfall aus dem Steinbruch her, und in den letzten Jahren haben sich Kritiker schon gegen das Ausräumen der Landschaft und die zunehmenden Transporte gewehrt.

Versuche, Steinmehl für den 3D-Druck zu verwenden, könnten sich bisher wirtschaftlich nicht durchsetzen.

Körber-Stiftung

Frank Raendchen

(13.08.2019)