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Bildhauersymposium bei Valley unweit München: Künstler aus der ganzen Welt atmen bayerische Landluft und Lebensart

Teilnehmer und Mitwirkende des Bildhauersymposiums 2019.

Im Tal der Mangfall unweit von Holzkirchen wurden wieder Skulpturen für den Verbleib auf der „Skulptur-Lichtung“ geschaffen

Sechs Künstler waren wieder aktiv beim 7. Internationalen Bildhauersymposium im idyllischen Tal der Mangfall bei Valley unweit Holzkirchen (30. Juni – 13. Juli 2019). Vier von ihnen arbeiteten mit Stein, einmal war Holz das Material und ein andermal Metall mit Porzellan. Inzwischen ist aus den vielen Arbeiten der vergangenen Jahre die so genannte „Skulptur-Lichtung“ am Ufer des glasklaren Flüsschens geworden. Rund 20 Objekte sind dort zu sehen, und man kann sie auch kaufen.

Initiator ist der Verein mit dem schönen Namen Kunstdünger, bei dem Christiane Ahlhelm (Kindertheater mit Stücken für Kinder und Eltern) und Tobel (Bildhauer) die treibenden Kräfte sind.

Das Symposium ist, auch wenn immer Künstler aus der ganzen Welt kommen, eine Veranstaltung aufm Land. Will heißen: die Teilnehmer wohnen nicht im Hotel und werden morgens mit dem Bus zur Haustelle gekarrt, sondern leben 14 Tage miteinander. Dazu gibt es zur Einstimmung ein Programm, das ihnen diesen Teil von Bayern zeigt und das sie mit der dortigen Lebensart in Kontakt bringt.

Denn: „Es muss schon Spaß machen, sonst macht’s ja keinen Spaß“, wie Tobel erkannt hat.

Auch für die Besucher während des Symposiums gibt es ein Kulturprogramm, hier allerdings mit Kunst im Mittelpunkt.

Das bewusst einfache Auftreten, das Tobel und Ehefrau Christiane auszeichnet, führt dann schon mal zu Spannungen innerhalb einer Künstlergruppe: als bei einem Symposium in den Vorjahren einer der Teilnehmer eine Weißwurst aus Kalkstein kreierte, fanden die Initiatoren das witzig, ein anderer aber wollte nicht, dass sein edles Werk mit der banalen Wuascht auf den Fotos erschien.

Oder: Seit einiger Zeit gibt es die Idee, die Fläche der Skulptur-Lichtung auf die Kälberwiese am Hang auszudehnen: der Bauer ist einverstanden, denn dann hätten seine Kühe etwas, um sich daran zu schubbern, sagt er, und Tobel findet es schön, dass dann seine tonnenschweren Objekte auch beim Milchvieh Zuspruch finden würden.

Die Künstler dieses Jahres waren:
 
Emanuela Camacci (Rom) schuf aus Altmühltaler Auerkalkstein ein Objekt wie in Falten gelegter Stoff; „Organic Impression“ war der Titel.Emanuela Camacci (Rom) schuf aus Altmühltaler Auerkalkstein ein Objekt wie in Falten gelegter Stoff; „Organic Impression“ war der Titel.
 

Aldo Shiroma Uza (Lima, Peru) meißelte einen Bär, der sich vor lauter Wohlbefinden auf den Rücken geworfen hat und darauf wartet, dass sich die Besucher mit und an ihm freuen.Aldo Shiroma Uza (Lima, Peru) meißelte einen Bär, der sich vor lauter Wohlbefinden auf den Rücken geworfen hat und darauf wartet, dass sich die Besucher mit und an ihm freuen.
 

Robert Schmidt-Matt (Berlin) verwandelte den Rohblock in eine Skulptur mit einem beweglichen Teil.Robert Schmidt-Matt (Berlin) verwandelte den Rohblock in eine Skulptur mit einem beweglichen Teil.
 

Maarit Kreuzinger und Jürgen Batscheider (Berlin, Memmingen) erstellten ein Tor als Sinnbild für Transformation.Maarit Kreuzinger und Jürgen Batscheider (Berlin, Memmingen) erstellten ein Tor als Sinnbild für Transformation.
 

Annika Schüler und Niels Klaunik benutzten Stahl und Keramik für ihr Bäumchen, bei dem sich Äste und Blätter durch Wind und Wetter verändern werden.Annika Schüler und Niels Klaunik benutzten Stahl und Keramik für ihr Bäumchen, bei dem sich Äste und Blätter durch Wind und Wetter verändern werden.
 

Tobel schuf eine seiner monumentalen Spiralen, die sich in den Steinblock hinein- beziehungsweise herausdrehen.Tobel schuf eine seiner monumentalen Spiralen, die sich in den Steinblock hinein- beziehungsweise herausdrehen.

Schirmherr des Symposiums war wieder Landrat Wolfgang Rzehak. Sponsoren waren die Stadtwerke München, die 4 Skulpturen aus vorherigen Jahren an ihrer Außenstelle im Wasserschloss Reisach in Thalham präsentieren. Den Stein stellte die Firma Kelheimer Naturstein (KN) zur Verfügung. Unterstützung kam auch von der Sparkasse Bezirk Oberbayern, der Sparda Bank, der Gemeinde Valley und weiteren Firmen.

Skulptur-Lichtung

Portraits der Künstler

(27.08.2019)