www.stone-ideas.com

Die Danang Sculpture Foundation nutzt Stein und Steinmetz-Knowhow, um die Entwicklung Vietnams voranzutreiben

Blick auf das Dorf Non Nuoc mit zweien der Marble Mountains im Vordergrund.

Einheimische werden qualifiziert und für etablierte Künstler bietet man Workshops oder fertigt Auftragsarbeiten

Die Da Nang Sculpture Foundation hat ein für den Bereich der Bildenden Künste ungewöhnliches Geschäftsmodell: sie bietet Workshops und Programme für Bildhauer und nimmt Auftragsarbeiten an, um damit Qualifizierungen für junge Vietnamesen zu finanzieren. Diese kommen aus armen Verhältnissen und inzwischen haben es einige geschafft, sich mit der Kunst einen Lebensunterhalt zu schaffen, wie uns PHAN Quynh Huong in einer Mail schreibt. Sie ist die Geschäftsführerin der nicht-staatlichen und nicht-kommerziellen Stiftung.

Wie so oft bei solchen Projekten, standen Kontakte ins Ausland am Anfang der Initiative.

PHAN Quynh Huong (ganz links), Oyvin Storbaekken (3. von links).

Hier waren es Drähte nach Norwegen, speziell zu dem Bildhauer Oyvin Storbaekken und über ihn zum dortigen Künstlerverband. Die norwegische Regierung förderte ein Pilotprojekt, später beteiligten sich die Nordic Church Assistance und die norwegische Entwicklungsagentur Norwegian Agency for Development Cooperation. Von 2003 bis 2009 gab es als Experiment das Danang Sculpture Project. Inzwischen hat sich das Geschäftsmodell bewährt und steht als Stiftung auf eigenen Füßen.

Die Gebäude der Danang Sculpture Foundation.Die Gebäude der Danang Sculpture Foundation.

Ihren Sitz hat die Stiftung im Marble Mountains Village (Non Nuoc oder Ngu Hanh Son) unweit der Stadt Da Nang. Das Gelände und die Gebäude dort hat die Regierung zur Verfügung gestellt, nachdem sich das Projekt mit der Förderung aus Norwegen so positiv entwickelt hatte.

Zunächst zur Ausbildung. Zwar heißt es in den Unterlagen, dass man über moderne Technologie verfüge. Aber der Schwerpunkt der Arbeit am Stein liegt auf der traditionellen Bildhauerei mit Hammer und Meißel. CNC-Technologie und Roboter gehören nicht zum Lehrplan.

Vier Jahre besuchen die jungen Leute Kurse der Stiftung.

Besonders wichtig ist Huong Phan der soziale Aspekt des Lernens. Mehrfach betont sie, dass die jungen Leute mit dem Knowhow die Chance auf einen Broterwerb und auf ein besseres Leben finden sollen.

Inzwischen haben 20 junge Leute die Ausbildung durchlaufen. Einige arbeiten als Künstler, andere haben einen Steinmetzbetrieb aufgemacht, wieder andere sind ihrerseits bei der Stiftung als Ausbilder tätig.

Gäste in einem Workshop bei der Foundation.Gäste in einem Workshop bei der Foundation.

Ein weiterer Aspekt im Bildungsprogramm der Stiftung richtet sich an professionelle Künstler, im Regelfall aus dem Ausland. Für sie werden Workshops oder längere Gastaufenthalte angeboten, für die die Gäste selber bezahlen oder eine Finanzierung durch Stipendien mitbringen. Mancher nutzt die Zeit in der idyllischen Gegend zur künstlerischen Standortbestimmung oder Neuorientierung.

Auch Bildhauersymposien zählen zum Programm.

Besonders ungewöhnlich in dem Geschäftsmodell ist der Bereich der Auftragsarbeiten. Häufig kommen nämlich Künstler mit einem Modell zur Stiftung und lassen ihren Entwurf dort in Stein ausfertigen.

Auftragsarbeit.Auftragsarbeit.

Hier und auch bei kleineren Objekten bietet die Stiftung einen kompletten Service: sie besorgt die Steine (im Regelfall in Steinbrüchen in Vietnam), lässt sie bearbeiten und kümmert sich auch um Verpackung und Transport.

Ähnliche Aufträge kommen auch aus dem Bereich der Architektur oder Innenarchitektur. Hier agiert die Stiftung wie ein Steinmetzbetrieb woanders, etwa in Bildhauerzentren wie rund um Carrara. Jedoch: einmalig ist hier, dass die Erträge immer in die soziale Arbeit zurückfließen sollen.

Geschenk der Foundation an das Cham Museum.Auftragsarbeit.

Zusammengefasst gesagt, nutzen Huong Phan und ihre Mitarbeiter den Naturstein als Mittel zur wirtschaftlichen Entwicklung des aufstrebenden Landes: durch Qualifizierung schaffen sie einen Absatz für den heimischen Marmor und Granit, außerdem entstehen dabei Arbeitsplätze.

Wobei das Ziel nicht ist, Blöcke zu exportieren, sondern Endprodukte. Von Anfang an geht es darum, den Mehrwert im Land zu halten. China hat mit diesem Konzept innerhalb einer Generation eine starke Steinbranche aufgebaut.

Natürlich nutzt Huong Phan unsere Kontaktaufnahme zur Bitte um Unterstützung: „Ich hoffe, dass Stone-Ideas.com und sein Netzwerk uns auf viele Art und Weise helfen können“ schreibt sie und zählt auf: „Aufträge für Bildhauerarbeiten, Stipendien für junge Vietnamesen, Unterstützung unserer Ausstattung und Infrastruktur, Spenden für Kunstprojekte, Weitererzählen.“

Danang Sculpture Foundation

Download brief introduction

Fotos: Danang Sculpture Foundation

Zugang zu den Marble Mountains. Foto: Nguyen Minh Son.

(23.09.2019)