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Reste einer Säulenhalle in der spanischen Welterbestätte Madinat al-Zahra entdeckt

Portikus und Toranlage in den Ruinen von Madinat al-Zahra.

Ausgrabungen von Forschern des Deutschen Archäologischen Instituts im ehemaligen Kalifenpalast unweit des heutigen Córdoba

Reste einer 120 m langen Säulenhalle wurden in der Weltkulturerbestätte Madinat al-Zahra bei Córdoba (Spanien) entdeckt. Die Halle begrenzt die Ostseite einer 18.000 m² großen Platzanlage im Vorfeld des ehemaligen Kalifenpalastes. Der Platz galt sozusagen als Schnittstelle zwischen Herrscher und Volk, wie das Deutsche Archäologische Institut (DAI) mitteilt.

In der Mitte der Pfeilerhalle gab es ein monumentales Tor, das den Eingang zu einem dahinter liegenden Palastkomplex bildete. Hier war bereits im vergangenen Jahr ein ungewöhnliches Empfangsgebäude entdeckt worden, dessen Grundriss an persische Thronsäle erinnert.

Madinat al-Zahra ist der bedeutendste archäologische Fundplatz der islamischen Kultur auf europäischem Boden. Als Residenz des Kalifen Abd ar-Rahman III. im Jahr 936 n. Chr. gegründet, handelt es sich um eine Palaststadt großen Ausmaßes, mit einer Stadtmauer, einer Freitagsmoschee, einem Markt und ausgedehnten Palast- und Gartenanlagen. Nach nur 80 Jahren im Bürgerkrieg 1010 verlassen und später nicht wieder überbaut, ist Madinat al-Zahra außergewöhnlich gut erhalten.

Blick über die Reste der Palaststadt Madinat al-Zahra. Im Hintergrund Córdoba.

Wie an kaum einem anderen Ort der Welt lässt sich hier die Pracht eines Kalifenhofes aus der Glanzzeit der islamischen Kultur erleben. Die Anlage wurde 2018 in die Liste des Unesco Weltkulturerbes aufgenommen.

Quelle: Deutsches Archäologisches Institut (DAI)

(05.10.2019)