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Gemeinsames Verhalten gab es schon bei den ersten Tieren und es verschaffte ihnen vermutlich Überlebensvorteile

Versteinerung von Ampyx priscus in einer lineraren Formation, gefunden in marrokanischem Schiefer.

Ein internationales Forscherteam hat Fossilien von Trilobiten von vor 480 Millionen Jahren analysiert

Während unser Wissen vom Körperbau der ersten Tiere immer besser wird, wissen wir kaum etwas über das Verhalten jener Lebewesen, die wir nur als Fossilien kennen. Eine Frage ist, zum Beispiel: ist gemeinsames Verhalten eine neuere Erscheinung in der Evolution, oder tauchte es schon früh auf? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, hat ein Forscherteam des französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS), der Cadi Ayyad Universität in Marrakesch und der Universität Lausanne Fossilien von Trilobiten der Art Ampyx priscus untersucht, die vor etwa 480 Millionen Jahren lebten und die man in Marokko gefunden hat. Ihre heutigen Verwandten sind Insekten und Hummer.

Auffallend an diesen Versteinerungen war, dass in einer Gruppe von Tieren alle hintereinander ausgerichtet waren und mit ihren langen Antennen engen Kontakt miteinander hielten. Bewegten sie sich auf dem Meeresboden gemeinsam in eine Richtung oder waren sie zur Paarung zusammengekommen?

Die Forscher verglichen diese Situation nun mit dem Verhalten von Langusten aus Nordamerika von heute – die Anordnung wie in einer Prozession findet man auch bei diesen Tieren.

Die Forscher schließen daraus, dass gemeinschaftliches – soziales – Verhalten schon sehr früh in der Evolution auftauchte, weil es die Chancen der Tiere im Überlebenskampf verbesserte. Die Erkenntnisse wurden in den Scientific Reports veröffentlicht.

Trilobiten waren Meerestiere des Erdaltertums und lebten bis zum Massenaussterben am Ende des Perm vor etwa 251 Millionen Jahren. Viele Außenpanzer dieser Lebewesen sind als Versteinerungen erhalten geblieben und helfen dabei, das Leben in der Urzeit zu rekonstruieren.

Scientific Reports

Video: Prozession von Langusten (32:30)

Quelle: CNRS

(22.10.2019)