Starke Staubstürme (shamals) und Trockenzeiten verursachten den Zusammenbruch des Reiches von Akkad

Bronzekopf eines akkadischen Königs, gefunden in Ninive, höchstwahrscheinlich Sargon von Akkad oder seinen Enkel Naram-Sin darstellend. Foto: Iraqi Directorate General of Antiquities / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Aus Analysen von Korallenfossilien gewinnen Forscher neue Erkenntnisse, warum der frühe Staat in Mesopotamien unterging

Das Reich von Akkad (24. bis 22. Jahrhundert v. Chr.) war das erste vereinigte Reich der Völker von Mesopotamien (heutiger Irak) und erbrachte große Leistungen in der Bewässerung. Sagenumwoben ist sein Herrscher Sargon von Akkad. Jedoch wurden die Siedlungen vor ungefähr 4200 Jahren urplötzlich aufgegeben und das Staatsgebilde brach zusammen. Das Gebiet blieb für ungefähr 300 Jahre ohne Besiedlung.

Vielfältige Untersuchungen hatten schon gezeigt, dass das Reich infolge von Trockenheit und Unruhen zusammenbrach. Genaueres zu den klimatischen Vorgängen damals waren aber bisher nicht bekannt.

Nun haben Forscher der Universität Kiel, der Universität Hokkaido und des KIKAI Institute für Korallenforschung an der Universität Kyushu die Veränderungen in der Temperatur und der Feuchtigkeit rund um den heutigen Tell Leilan, ehemals das Zentrum des Reiches, untersucht. Dazu analysierten sie Korallenfossilien aus dem Golf von Oman, der geradewegs in der dort vorherrschenden Windrichtung liegt.

Kartes des Reichs von Akkad. Quelle: Hokkaido University

Wie sich zeigte, gab es zur Zeit des Untergangs des Reiches auffallend viele Trockenphasen. Normalerweise fällt in der Region im Winter hinreichend Regen, so dass mit Bewässerung im Rest des Jahres Landwirtschaft betrieben werden kann. Die neuen Analysen aber ergaben, dass die trockenen Perioden extrem waren.

Auch zeigte sich, dass es im Winter längere Zeiten mit den berüchtigten Staubstürmen (shamal) gab. Zusammen mit der Trockenheit resultierten daraus gravierende Probleme für die Landwirtschaft. Diese führten zu sozialer Instabilität und sogar zu Hunger.

„Obwohl es bisher immer hieß, dass Invasoren das Reich von Akkad zusammenbrechen ließen, zeigen unsere Daten, dass am Beginn des Niedergangs klimatische Veränderungen standen“, so Tsuyoshi Watanabe von der Universität Hokkaido.

Quelle: Hokkaido University

Rollsiegel aus dem Reich Akkad. Quelle: Mbzt 2001 / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

(05.11.2019)