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Als Teile der Sahara unter Wasser lagen, lebten dort sehr große Fische und langschnäuzige Krokodile

„Inselgigantismus“ vor 50 bis 100 Millionen Jahren in der heutigen Sahara.

Fossilienfunde in Mali zeigen „Inselgigantismus“ und sind ein Beleg, dass der Meeresspiegel ehemals 300 m höher lag als heute

Vor 50 bis 100 Millionen Jahren lagen große Teile der Sahara unter Wasser. Der dramatische Klimawandel dort ist belegt in Fossilienfunden in Westafrika. Die Ergebnisse von 20 Jahren Ausgrabunen und Forschungen sind im Bulletin of the American Museum of Natural History veröffentlicht worden.

Zu jener Zeit war das heutige West Afrika von einem flachen Salzwasserozean mit geschätzt insgesamt 3000 km2 Fläche und 50 m Tiefe zweigeteilt. Zu einer Zeit, als der Meeresspiegel sehr viel höher lag als heute, verlief der Ozean ungefähr in Nord-Süd-Richtung. Maureen O’Leary, Professor für Anatomical Sciences an der Renaissance School of Medicine an der Stony Brook University, hat 3 Ausgrabungs-Expeditionen ins heutige Mali angeführt und fand dort unerwartete Spuren von Urzeittieren: „Fossilien zeigten ,dass das Meer damals ein Lebensraum für einige der größten jemals existierenden Seeschlangen oder Welse war, allesamt ausgestorbene Arten, die im Vergleich zu ihren heutigen Verwandten sehr groß waren. Auch fanden wir Fische, die Schalen knackten, tropische Wirbellose, langschnäuzige Krokodile und frühe Säugetiere sowie Spuren von Mangrovenwäldern“, erklärte die Wissenschaftlerin, die auch Mitarbeiter in der Abteilung für Paläontologie des American Museum of Natural History ist.

Weil dieses Meer sich über die Jahrmillionen in seinen Ausmaßen und und seiner Lage immer wieder sehr stark veränderte, empfiehlt die Expertin eher „,Inseln von Wasser’ zu sprechen, die dort einen Gigantismus der Arten bewirkten“.

Das Fachwort Inselgigantismus beschreibt ein Phänomen, das man zum Beispiel von den Moa-Vögeln auf Neuseeland kennt. Diese wurden viel größer als ihren Verwandten auf dem Festland, wahrscheinlich weil es in ihrem Lebensraum bestimmte Fressfeinde nicht gab.“

Das heutige West-Afrika vor 50 bis 100 Millionen Jahren.

Aber die Fossilien aus Mali stellen auch unter Beweis, dass der Klimawandel Auswirkungen in viel größeren Dimensionen haben kann, als man sich das heute vorstellt. In der späten Kreidezeit, um die es hier geht, lag der Meeresspiegel nämlich um etwa 300 m höher als heute. Aktuell sagen Wissenschaftler voraus, dass der Klimawandel einen Ansteig um 2 m bis zu Ende des 21. Jahrhunderts nach sich ziehen kann.

Die Untersuchungen von Professor O’Leary erstreckten sich über 20 Jahre und wurden gemeinsam mit Paläontologen und Geologen aus den USA, Australien und Mali durchgeführt.

„Bisher haben nur wenige Paläontologen in der Region in Mali gearbeitet, weil diese so abgelegen ist und weil dort Temperaturen von über 50 Grad Celsius häufig und die Sanddünen ständig in Bewegung sind.

Die Untersuchung wurde finanziert von der National Science Foundation, der National Geographic Society, der LSB Leakey Foundation, des American Museum of Natural History und der Idaho State University.

Quelle: Stony Brook University

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Bulletin of the American Museum of Natural History

(08.12.2019)