Schweizer Verband NVS legt überabeitete Studie zu Natursteinverwendung in Thermal- und Wellnessbädern vor

Ein bekanntes Beispiel für die Verwendung von Naturstein in Thermalbädern ist die Therme Vals von Architekt Peter Zumthor. Foto: <a href="https://vals.ch/erleben/erholung/therme-vals/"target="_blank">Therme Vals</a>

In einem Langzeittest wurden über 30 Steinsorten über 14 Monate im Ausgleichbecken einer Schwimmhalle gelagert

Seit dem Ende der 90er Jahre gibt es einen Boom bei Themalbädern beziehungsweise Wellnessanlagen und Naturstein ist dort als Zeichen von Eleganz und Luxus beliebt. Das ist der Ausgangspunkt der Studie des Schweizer Natursteinverbands NVS zu „Schwimmbadresistenz von Naturstein“. In einer gerade erscheinen überarbeiteten 3. Auflage sind in dem Heft mit 56 Seiten die „Beobachtungen und Folgerungen eines Langzeittests“, so der Untertitel, zusammengefasst.

Einige der Erkenntnisse, die als Orientierung zu verstehen sind:
* es eignen sich Sorten mit geringer Porosität (weniger als 1,5 Vol.%)
* generell Gneise meiden; wenn doch, dann nur gegen das Lager gesägt verwenden;
* meiden sollte man Granite oder Gneise mit einem Anteil von Dunkelglimmer (Biotit) von mehr als 3%;
* Schiefer mit einem Anteil von Hell- oder Dunkelglimmer von mehr als 10% meiden;
* Kalksteine und calcitische Marmore meiden;
* Gesteine mit tonigen oder mergeligen Einlagerungen meiden;
* Gesteine mit Tendenz zu starken Verfärbungen meiden.

Wohlgemerkt: die Rede ist hier von Naturstein als Verkleidung für die Innenwände eines Beckens, nicht als Bodenbelag für die Umrandung.

Betont wird in der Studie auch, dass auf jeden Fall ein genauerer Blick auf das Material notwendig ist. Dass gilt auch für Sorten, die die obengenannten Kriterien „nicht vollständig erfüllen“: Sie sind nicht definitiv ausgeschlossen, „eine eingehende Prüfung ist dann aber auf jeden Fall erforderlich“.

Da es bislang keinen Schnelltest gibt, ließ der Verband die Firma Materialtechnik am Bau (www.mattec.ch) einen Langzeittest durchführen. Dafür hatte man im Ausgleichsbecken eines öffentlichen Schwimbbades Stichproben der häufigsten Gesteinsproben über 14 Monate lang ausgelegt.

Veränderungen wurden anhand von Vergleichsproben ermittelt: unter anderem analysierte man Dünnschliffpräparate und eventuelle Veränderungen in den Mineralien.

Die Studie kann zum Reis von 8 SFR (zuzüglich Versandkosten) bestellt oder als pdf heruntergeladen werden.

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Peter Zumthor hat für die Therme Vals den Valser Quarzit der Firma Truffer auch für die Außenwände verwendet. Foto: Micha L. Rieser / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

(23.02.2020)