Die Zehnscheune in Bad Driburg-Dringenberg trägt wieder ein intaktes Dach mit Platten aus Wesersandstein

Die Zehntscheune in Bad Driburg-Dringenberg.

Das Material wird heute kaum mehr produziert und kann meist nur noch aus alten Abrissgebäuden gewonnen werden

Die Zehntscheune in Bad Driburg-Dringenberg unweit von Paderborn hat wieder ein intaktes mit Steinplatten gedecktes Dach. In den Jahren 2016 bis 2018 wurde es saniert. Dafür hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz über 180.000 € aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale zur Verfügung gestellt.

Bei der letzten größeren Dachsanierung um 1960 waren zur Befestigung der Schindeln nicht rostfreie Nägel verwendet worden, so dass die Befestigungen korrodierten und die Platten sprengten beziehungsweise deren Verrutschen nicht mehr verhinderten. Der aus nahen Brüchen stammende rote Wesersandstein selbst wies Absandungen, Ausbrüche und Absplitterungen auf.

Über viele Jahre hatte es anhaltend Dachreparaturen gegeben, sogar eine Notsicherung der Dachdeckung, bei der man die Platten provisorisch befestigte und Fehlstellen durch eingeschobene Bleche ersetzte. Dann entschied sich die Stadt zu einer grundlegenden Instandsetzung mit wiederverwendeten Platten. Da es kaum mehr Sandsteinbrüche gibt, die neue Platten herstellen, wurde die „Neudeckung“ mit Abbruchmaterial ergänzt, das die Dachdeckerei Müller aus Nieheim-Entrup bereitstellte.

Wie es heißt, kommen neue Steinplatten in der Qualität an die alten nicht mehr heran.

Die Zehntscheune in Bad Driburg-Dringenberg.

Zu Geschichte des Gebäudes: Die zur Burgfreiheit gehörende stattliche Zehntscheune liegt gleich neben der mittelalterlichen Burganlage am Ortseingang erhöht auf einem Bergsporn. Das ursprünglich für Wohn- und Wirtschaftszwecke genutzte Gebäude aus dem späten 17. Jahrhundert wurde um 1959 zu einem Veranstaltungsort umgebaut und dazu weitgehend entkernt. 1987 erweiterte man den Bau burgseitig um einen Anbau.

Ehemals haben in dem Gebäude „die Bürger den Zehnten ihrer Einkünfte an den Vertreter des Landesherren, den Landdrost, abgeliefert“, ist auf der Webpage des Heimatvereins Dringenberg zu lesen.

Der massive, langgestreckte, verputzte 1682 errichtete Steinbau erhebt sich über einem rechteckigen Grundriss. Die Fassaden prägen sandsteinerne Eckquaderungen, Sandsteingewände und ein steinernes Rundbogentor im Giebel, das von einer bischöflichen Wappenkartusche als Relief mit dem Erbauungsdatum bekrönt wird. Im Bereich des rückwärtigen Giebels war ursprünglich der Wohnbereich.

Bei der aktuellen Sanierung wurde auch der Fassadenputz saniert.

Heimatverein Dringenberg

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schroeder

(08.03.2020)