Drogen in Marmorblöcken aus Mexiko versteckt – spanische Polizei kam Dealern auf die Spur

Beamten bei der Freilegung der verborgenen Zylinder.

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Die Gangster hatten säuberlich Zylinder aus dem Stein herausgefräst und diese dann aufwändig verschlossen

Immer wieder gibt es Fälle, wo Drogenhändler Rauschmittel in Natursteinblöcken verstecken und auf die Reise schicken. Zuletzt hat die spanische Guardia Civil iim März 2020 in Lieferungen aus Mexiko insgesamt 732 kg Methamphetamin mit höchster Reinheit gefunden. Nach Angaben der Polizeibehörde handelt es sich um die größte Menge, die bisher auf einen Schlag sichergestellt werden konnte.

Eine gewisse Eleganz muss man den Dealern zusprechen, wie sie die Drogen den Marmorblöcken unterbrachten. Das deutet auch die Guardia Civil in ihrer Pressemitteilung an: die Dealer hatten Zylinder aus dem Stein herausgefräst, dorthinein ihre Drogen in PVC-Behältern gleicher Form gegeben, dann einen Marmorstopfen auf die Röhre gesetzt, den Rand mit Harz verschlossen und schließlich die Oberfläche mit einem Hochleistungsmörtel bedeckt.

Begonnen hatten die Ermittlungen im vergangenen August. Damals war den Behörden in Spanien eine Firma aufgefallen, die Marmorblöcke aus Mexiko importierte, ohne wirklich etwas mit der Steinbranche zu tun zu haben. Man beschloss, in einer Kooperation von Zoll, Guardia Civil und Polizei ein Auge auf die Beteiligten zu haben.

Im Oktober kamen 4 Container mit 6 Marmorblöcken von jeweils rund 25 t Gewicht an.

Die Behörden beobachteten den Weitertransport, der in einen Steinbruch in der Stadt La Romana in Alicante führte. Dort wurde der fragliche Block zunächst mit „einer großen Menge von Steinen und anderen Trümmern“ bedeckt, wie es in der Pressemitteilung der Guardia Civil heißt.

Die Lieferung, die in einem der Blöcke steckte.

352 kg Methamphetamin waren in seinem Inneren verborgen. Das ist ein Rauschmittel, das mit dem bekannteren Amphetamin nah verwandt ist. Wie die Beamten an die Unterseite der Blöcke herankamen und wie sie dort die Bohrungen fanden, wird in der Pressemitteilung nicht gesagt.

Wenig später kam noch eine 2. Lieferung aus Mexiko, diesmal mit 5 Containern und 400 kg Methamphetamin in einem der Blöcke.

Bei der Festnahme von 5 Personen wurden von 150.000 €, Schusswaffen und Fahrzeuge sichergestellt. Bankkonten konnten identifiziert und gesperrt werden, Immobilien wurden beschlagnahmt.

In den vergangenen Jahren waren schon häufiger Drogen in Steinblöcken versteckt worden, zum Beispiel in Brasilien. Jedoch hatten die Dealer immer nur recht grobschlächtig Höhlungen aus dem Stein herausgemeißelt und diese dann ungeschickt verschlossen.

Inzwischen sind die Marmorblöcke mit den Bohrungen als Beweisstücke sichergestellt. Konfisziert wurden auch diejenigen Blöcke, die nur zur Tarnung mitgeschickt worden waren.

Guardia Civil (spanisch)

Fotos: Guardia Civil

(22.03.2020)