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Design: Schönes für draußen (1)

(August 2010) Für die Place Pasteur in der französischen Stadt Besançon hat sich der Architekt und Designer Guillaume Bardet (Mail) außergewöhnliche Sitzgelegenheiten einfallen lassen. Nicht nur haben sie in ihrer Form mehr von einer Skulptur als von einer Sitzbank. Auch brachte die Herstellung großen Aufwand wie für ein Kunstwerk mit sich: für die Bank in großem Format lief eine CNC-Säge gut zwei Tage lang, und das Ausgangsmaterial war ein großer Block von 2,40 x 1,20 x 0,60 cm, wie die französische Zeitschrift Pierre Actual in ihrer Ausgabe 5/2009 schreibt (zu bestellen für 12 €).

Ausgeführt wurde die Arbeit von der Firma 3D Pierre. Die Endbearbeitung der Oberflächen erfolgte von Hand. Verwendet wurde der belgische Kalkstein Pierre Bleue.

Einige ungewöhnliche Designideen entstanden im Rahmen der italienischen Aktion „Pezzi al Forte“ („Starke Stücke“), die unter anderem von der Provinz Savona und vom Verband der Industriedesigner (ADI) unterstützt wurde.

Die Idee hinter der Bank  „Vague“ („Vage“)  ist bestechend einfach: Schmale Elemente sind nebeneinander aufgefädelt und ergeben miteinander Sitzfläche und Rückenlehne. Das Besondere daran ist, dass die Bank beliebig breit sein und dass sie zudem sich an Unebenheiten im Untergrund anpassen kann.

Die Idee haben die italienischen Designer von Pierandrei Associati mit Elementen aus dem Granit Luz de Compostela umgesetzt.

Produziert wurde die Bank von der italienischen Firma Stonehenge.

Ebenfalls im Rahmen der Aktion „Pezzi al Forte“ entstand „Wafer“ („Waffel“),  ein Entwurf der Designerinnen Silvia Dagna und Serena Galassi (Mail). Hier steht eindeutig das Material im Mittelpunkt, und insofern ist der Name Programm: die Bank ist aus 5 Marmorscheiben zusammengesetzt, jede 2 cm dick. Verwendet wurde Stein in markanten Farben.

Ein besonderer Akzent wurde damit erreicht, dass die Seitenteile auf unterschiedliche Art und Weise an die Sitzfläche angefügt sind. „Wafer“ ist mit und ohne Rückenlehne und je nach Farbwunsch auch mit anderen Steinsorten möglich, ist allerdings eher für private Gärten und Terrassen als für die wilde Welt der Städte geeignet.

Produziert wurde die Bank von der italienischen Firma Bundles.

Ebenfalls eher für das Private eignet sich die „Grass Bench“ („Grasbank“). Ihr hat der junge französische Designer Philippe Nigro die Natur gleich mitgegeben: Denn in Wirklichkeit ist sie eine Art Hochbeet, an dessen Rändern sich Sitzgelegenheiten befinden. Je nachdem, was dort gepflanzt wird, sitzt man dann bequem zum Beispiel am Rand der privaten Mini-Wiese, vielleicht auch des Beetes mit Erdbeeren oder der Marihuana-Pflanzung.

Unser Foto zeigt die „Grass Bench“ in den Maßen 400 x 70 x 40 cm. Möglich sind auch andere Größen und Ausführungen verschiedenen Kalksteinen.

Produzent ist die italienische Firma Piba Marmi. Sie stellt auch den Sitz „Nagoya“ her, den der Designer Hikaru Mori entworfen hat. 40 x 40 cm ist die Würfelform aus Massivstein groß. Die Fläche obendrauf ist in Sitzform vertieft. Der Sitz wiegt 42 kg.

Anklänge an Pilze haben die Bänke mit dem Namen „Encuentros“ („Begegnungen“) der Designer von Estudio Cabeza aus Buenos Aires. In Modulform konzipiert, lassen sie sich zu größeren Arrangements zusammenfügen. Material sind die argentinischen Granite Rojo Sierra Chica und Santa Fee Brown. Die Sitzfläche ist zusätzlich gestaltet.

Produziert und vertrieben werden die Bänke von den argentinischen Firmen De Stefano und Ragomar.

Auf der Website von Estudio Cabeza finden sich auch Bänke in argentinischem Porphyr.

Unauffällig und elegant ist die „Bank Dessau“ der deutschen Firma Traco. Sie wurde von dem Hamburger Büro Max Wehberg entworfen. Das Stadtmöbel, benannt nach einer Stadt in Deutschland, ist 3 m lang, hat eine Sitzfläche aus Holz, auf Wunsch auch eine Rückenlehne, und wird üblicherweise in Kalkstein oder Seeberger Sandstein geliefert. Daneben ist sie auch in Sondergrößen und in anderen Steinsorten zu haben.

Büro Max Wehberg

Traco

Und noch eine Idee zum Schluss: In der spanischen Stadt Figueres stellte der Designer Sebastian Campion Sitzbänke in Form des Computer-Cursors auf. Er wollte die Leute zu mehr Kommunikation direkt miteinander bringen.