Elf wissenschaftlich orientierte geologische Exkursionen durch das Nördlinger Ries und das Umland

Luftbild des Rieskraters mit Nördlingen im Mittelpunkt. Foto: Stadt Nördlingen / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Im Schweizerbart Verlag ist der Band 102 der Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins erschienen

Elf wissenschaftlich orientierte geologische Tages- und Halbtagesexkursionen, ausgehend von der Stadt Nördlingen durch das Ries, stehen im Mittelpunkt von Band 102 der Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins. Dabei werden teils neue Aspekte insbesondere zur Impakt-Geologie und zu den Algenbiohermen vorgestellt, die durch zusätzliche wissenschaftliche Beiträge vertieft werden.

Exkursionsthemen sind auch der Impaktkrater des Steinheimer
Beckens, der Solnhofener Archipel, das Vulkanfeld der Schwäbischen Alb
sowie die Rohstoffgeologie und die Tertiär-Molasse des Riesvorlands.

Weitere wissenschaftliche Beiträge behandeln Themen zur Paläontologie, Vegetationsentwicklung, Neotektonik, Rieshistorie sowie zum Vulkanfeld
der Westeifel.

Ein Abstract der Exkursion mit dem Titel „Einheimische Naturwerksteine in Nördlingen“: „In der ehemals freien Reichsstadt Nördlingen sind Fachwerkhäuser häufig vertreten, Steingebäude treten dagegen deutlich in den Hintergrund. In ungefährer Ortsmitte dominiert der spätgotische Hallenbau der St. Georgs-Kirche mit dem Turm ,Daniel‘ das Stadtbild, der im Wesentlichen aus dem Impaktgestein Suevit gebaut ist. Auch die Stadttore und der Prunktreppenaufgang des benachbarten Rathauses, bestehen aus Suevit, welcher sich in Nördlingen auch oft als Rahmen beziehungsweise Gesims von Portalen, Türen und Fenstern findet. Weitere beliebte lokale Bausteine sind miozäne Sedimente des Ries-Sees wie Karbonate und Konglomerate. Da die Kalksteine des Oberjura durch die Schockwelle des Impaktes eine geringe Festigkeit aufweisen, wurden sie meist nur als Bruchsteine verwendet. Im katholischen Sakralbau St. Salvator wurden neben Suevit auch intensiv gelbbraun gefärbte Sandsteine des Braunjura verbaut.“

Hans-Ulrich Kobler (Hrsg.): Geologische Exkursionen im Nördlinger Ries und seinem Umland und weitere wissenschaftliche Beiträge; Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins, Band 102; E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung. Erhältlich gebunden oder zum Download digital in einzelnen Artikeln.

Cover des Bandes 102 der Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins. Foto: Verlag
(10.05.2020)