Update: verlängert bis 25. Oktober 2020
Das Städel Museum in Frankfurt/Main geht bis zum 25. Oktober 2020 der Frage nach, wie sich etwa die Flüchtigkeit in der impressionistischen Malerei auf die Bildhauerei übertrug
Der Impressionismus fasziniert auch anderthalb Jahrhunderte nach seiner Entstehung um 1870 in Paris. Vor allem die Malerei mit ihrem lockeren, skizzenhaft anmutenden Duktus, der hellen Farbpalette und den alltäglichen Motiven ist jedermann vertraut. Bis heute weniger erforscht und einem breiten Publikum unbekannt ist hingegen die Vielfalt des Impressionismus in der Skulptur. Das Städel Museum in Frankfurt/Main geht in der Ausstellung „En Passant“ bis zum 25. Oktober 2020 erstmals der Frage nach, wie sich Eigenschaften der impressionistischen Malerei wie Licht, Farbe, Bewegung und sogar Flüchtigkeit in der Bildhauerei manifestierten.
Im Mittelpunkt der Präsentation stehen fünf Künstler: Edgar Degas (1834–1917), Auguste Rodin (1840–1917), Medardo Rosso (1858–1928), Paolo Troubetzkoy (1866–1938) und Rembrandt Bugatti (1884–1916). Mit ihren Werken stehen sie stellvertretend für unterschiedliche Spielarten der impressionistischen Skulptur. Ihre Arbeiten werden gegenübergestellt mit Gemälden, Pastellen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien des Impressionismus, unter anderem von Pierre Bonnard, Antoine Bourdelle, Mary Cassatt, Camille Claudel, Henri Matisse, Claude Monet, Auguste Renoir, Giovanni Segantini oder John Singer Sargent.
Degas, Rodin, Rosso, Troubetzkoy und Bugatti wurden zu Lebzeiten als „impressionistische Bildhauer“ bezeichnet. Die Gründe dafür waren vielfältig: Zum einen wandten sich diese fünf Künstler mehr und mehr zeitgenössischen, häufig alltäglichen Themen zu. Zum anderen griffen sie auf Materialien jenseits des akademisch-klassischen Marmors zurück und verwendeten beispielsweise Wachs nicht nur für Entwürfe, sondern auch für ausgearbeitete Skulpturen.
Anstatt die Oberflächen glatt und geschlossen anzulegen, arbeiteten sie lebhafte Strukturen heraus, in denen sich das Licht brechen konnte. Auch durch die Sichtbarkeit von Arbeitsspuren näherten sich ihre Skulpturen der Wirkung impressionistischer Gemälde an.
Gleichwohl setzte sich diese Stilbezeichnung – im Unterschied zur Malerei – für Skulpturen nicht durch. Heutzutage wird der Begriff „impressionistische Skulptur“ in der Forschung kaum verwendet.
„En Passant. Impressionismus in Skulptur“ wird durch die DZ BANK AG, die Art Mentor Foundation Lucerne und die Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH gefördert. Zusätzliche Unterstützung erfährt die Ausstellung durch die Stadt Frankfurt am Main und die Städelfreunde 1815.
(01.08.2020)




