Fast wie bei Rapunzels: am Dicken Turm in Eibelstadt wird das Dach mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz saniert

Der Federolfsturm in Eibelstadt, auch Dicker Turm genannt.

Angesichts des Bauwerks aus Bruchsteinmauerwerk kommt dem Betrachter unweigerlich das Märchen der Brüder Grimm in den Sinn

Man muss unweigerlich an die Geschichte von „Rapunzel, lass mir dein Haar herunter“ denken, wenn man den Dicken Turm in der Stadtmauer von Eibelstadt sieht. Für des Dachs hat die deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale 20.000 € zur Verfügung gestellt: zuletzt waren Ziegel aus dem Dach und Mörtelteile aus den Mauern heruntergefallen und hatten Fußgänger sowie spielende Kinder gefährdet.

Die Ortschaft im Landkreis Würzburg hat eine 1,4 Kilometer lange Stadtmauer, die zwischen 1435 und 1580 entstand und nahezu vollständig erhalten ist. Sie zählt 11 Rundtürme und 3 Schalentürme.

Zu den 5 vollrunden Türmen zwischen dem Würzburger und dem Sommerhäuser Tor gehört auch der Federolfsturm, der auch Dicker Turm genannt wird., um den es hier geht.

Dieser Rundturm mit der welschen Haube wurde 1562 errichtet. Wie in der ganzen Mauer sind Bruchsteine sein Mauerwerk.

Die Stadtmauer entstand zwischen 1435 und 1580, und dürfte den Geschichtenerzählern an dunklen Winterabenden reichlich Stoff geboten haben. So auch zu Rapunzel, wie die Brüder Grimm das Märchen niederschrieben: das Mädchen war von einer bösen Frau verzaubert und in einem hohen Turm eingesperrt worden. Damit sie dort überleben konnte, musste sie ihr Haar herunterlassen, an dem die Hexe hochkletterte und Essen brachte.

Eines Tages lockte Rapunzels wunderschöner Gesang jedoch einen Königssohn an, der die Sache schnell durchschaute und zu ihr hochkletterte.

Beide verliebten sich ineinander und zwar heftig, aber Rapunzel verplapperte sich gegenüber der Hexe – die darauf einfach das Haar des Mädchens abschnitt.

Anschließend, weil sie wirklich böse war, flocht sie daraus einen Zopf, lockte damit den Königssohn auf den Turm und brachte ihn dazu, dass er sich vor schierer Verzweiflung in die Tiefe stürzte.

Der Federolfsturm in Eibelstadt, auch Dicker Turm genannt.

Wir könnten Sie, liebe Leser, nun zappeln lassen, weil das nicht das Ende von solch einer Geschichte sein kann.

Der Federolfsturm in Eibelstadt, auch Dicker Turm genannt.

Vielleicht aber kennen Sie dieses Märchen ohnehin: der Königssohn fiel in ein Dornengestrüpp, verletzte sich die Augen und stolperte danach blind durch die Welt. Schließlich kam er an jenen Ort, wo die Hexe Rapunzel diesmal eingesperrt hatte. Er erkannte den Gesang wieder, sie fielen sich weinend in die Arme, und ihre Tränen gaben ihm das Augenlicht zurück.

Wie überhaupt war Rapunzel in den Turm gekommen? Die Mutter hatte in der Schwangerschaft immer Heißhunger gehabt und deshalb aus dem Garten der Hexe den Rapunzel-Salat stehlen lassen, und als der Dieb, übrigens der Ehemann, ertappt wurde, hatte er der bösen Frau seine Tochter versprechen müssen.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Fotos: Gabriele Lieb / Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Vor einigen Jahren hatten auch die Muppet Show und ein Kinderkanal sich des Märchens angenommen (1, 2).

(31.20.2020, USA: 10.31.2020)