Vom Sand, der viel mehr ist als bloß Strand, Düne, Wüste oder Zuschlagsstoff zum Beton

Quarz, äolisch, Murzuk, Libyen, 2003. Ausleuchtung: Dunkelfeld Durchlicht. Vergrößerung: 230 x.

Ein neues Buch zeichnet das Faszinierende an den unendlich vielen kleinen Körnern nach, die im Gebirge und überall sonst entstehen und auf einen langen Weg durch die Jahrmillionen gehen

Wenn man von Sand redet, geht es um Urlaub und Strand, Bau und Beton oder Wüste und Stürme, um nur ein paar Aspekte zu nennen. Kaum jemand befasst sich mit der ästhetischen Seite dieser Mineralkörner, die von ihrer Größe her zwischen den Bestandteilen des Schluffs und des Kies‘ liegen. Die Vielfalt der einzelnen Sandkörner steht im Mittelpunkt des Buchs „Sand“ von Oliver Lenzen.

Wir zeigen einige der rund 70 Fotos aus der Publikation.

Kurz einige Auszüge aus dem Verlagstext: „Es ist fast zu absurd, sich vorzustellen, dass vermutlich keine zwei komplett merkmalsgleichen Sandkörner auf der Erde existieren. Ein Gedanke, den schon der exzentrische Erfinder des einlinsigen Mikroskops, Antoni van Leeuwenhoek, 1703 festhielt, als er in einem Brief an die Londoner Royal Society schrieb: ,Man kann in einer beliebigen Menge an Sand keine zwei Partikel finden, die vollständig einander gleichen, und wenn es auf den ersten Blick auch so scheint, sind sie doch vollständig verschieden.‘

Bei seinen Studien meinte er sogar, kleine Wesen im Inneren der Körner entdeckt zu haben, die wir heute freilich als fluide oder mineralische Inklusionen bezeichnen…

Maerl, Troms, Norwegen, 2013. Ausleuchtung: Dunkelfeld Auflicht. Vergrößerung: 30 x.

Die Diskrepanz zwischen der Uniformität der Masse und der tatsächlichen Individualität ihrer Komponenten ist besonders hervorhebenswert, wenn man sich vor Augen führt, dass Abschätzungen zufolge in jeder einzelnen Sekunde auf der Erde rund 1 Milliarde Sandkörner durch erosive Prozesse neu entstehen.

Quarz, glazial, Riedgletscher, Schweiz, 2015. Ausleuchtung: Hellfeld Durchlicht. Vergrößerung: 510x.

Die Unterscheidbarkeit all dieser Körner beschränkt sich dabei keineswegs auf deren Äußeres, die Oberfläche, auch ihr Inneres ist, bezogen auf sehr kleine Dimensionen, spezifisch.“

„Sand“, Oliver Lenzen (deutsch/englisch, Format 21 x 31 cm, Softcover, Snoeck Verlagsgesellschaft, Ladenpreis: 29,80 €, ISBN 978-3-86442-320-8).

Muscovit, Nufenen, Schweiz, 2011. Ausleuchtung: gekreuzte Polarisatoren. Vergrößerung:  340x.

(08.11.2020)