Tonnenschwere Störsteine schaffen im Bett der Wupper Lebensräume für Tiere und Pflanzen

Der Biber Bonny auf dem Weg in den Fluss. Foto: Stadtsparkasse

Elefant Tuffi, Biber Bonny und Lachs Lucky sollen die Fließgeschwindigkeit des Gewässers bremsen und Anziehungspunkte für die Menschen sein

„Törööö“. Und: „Auch der Biber ist in die Wupper eingesetzt, nachdem er recht lange im Foyer der Sparkasse auf seine Auswilderung gewartet hatte.“ Oder: „Tuffi sitzt, wackelt nicht und kriegt jede Menge Luft!“

Die Zitate stammen von der Webpage des Vereins Neue Ufer Wuppertal und sie beziehen sich auf die 3 so genannten Störsteine, die seit 2019 in den Fluss zwischen Barmen und Elberfeld eingesetzt wurden. Es handelt sich um den Elefanten Tuffi, den Biber Bonny und den Lachs Lucky.

Die Tierskulpturen haben je gut 2 t Gewicht plus einem Podest von noch einmal 1 t. Gedacht sind sie zum einen als Zierde des Flussbettes, denn Ziel des Vereins ist unter anderem, das Gewässer den Bürgern wieder nahe zu bringen. Zum anderen dienen sie als Hindernisse, um die herum sich Zonen mit verringerter Fließgeschwindigkeit bilden. Diese bieten dann Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Die Skulpturen wurden aus Naturstein gefertigt – das Material gewährleistet, dass die Figuren den Abriebkräften der Strömung und auch den mitunter heftigen Hochwassern über den anvisierten Zeitraum von mindestens 50 Jahren widerstehen.

Bonny Biber.

Verwendet wurde Basalt aus der Eifel, weil der dauerhaft genug für eine solche Bestimmung ist. Um die Genehmigung dafür herbeizuführen, waren einige der vielen Behördengänge notwendig, die der Verein zu erledigen hatte. Denn: eigentlich darf nur Grauwacke [Greywacke] in den Fluss eingebracht werden, weil die dort das dominierende Gestein ist.

Entstanden war die Idee im Rahmen der Renaturierungen am Gewässer in den vergangenen Jahren. Wie üblich wurde dafür an einigen Stellen das Flussbett verbreitert und wurden rohe Felsen oder rechteckige Brocken ins Wasser gesetzt.

Lucky Lachs.

Diese Gelegenheit ließ sich der Verein nicht entgehen. Die Sache begann mit Lucky Lachs, einer Fischskulptur der Bildhauerin Christiane Püttmann. Sponsor war der Wupperverband.

Im Jahr 2020 sind der steinerne Biber Bonny und der Elefant Tuffi dazugekommen. Den Biber schuf Frank Breidenbruch. Sponsor war die Stadtsparkasse. In der Nähe von deren Hauptsitz findet man die Skulptur im Fluss.

Elefant Tuffi.

Den Elefanten Tuffi schuf Bernd Bergkemper. Sponsor war die Jackstädt Stiftung. Der Ort für die Skulptur ist zwischen den Stützen 377 und 378 der Schwebebahn.

Dass die Aufstellung im Sommer 2020 erfolgte, hat einen historischen Bezug: Im Jahre 1950 nämlich, also genau 70 Jahre vorher, hatte ein junger Dickhäuter aus einem Wanderzirkus bei einer Werbefahrt mit der Schwebebahn die Nerven verloren und war aus der Tür in die Tiefe gesprungen. Er tat sich nicht weh, berichten die Chronisten, weil die Schwebebahn größtenteils genau über dem Fluss fährt und Tuffi in einem Schlammloch im Wasser landete. Der Ort ist ungefähr der, wo die Skulptur heute im Fluss steht.

Unermüdlich wie die Vereinsmitglieder sind, haben sie schon neue Orte für Störsteine ausgemacht. „Sie werden (fast) immer dort in den Fluss gesetzt, wo Renaturierungen anstehen, das spart Kosten und langwierige Diskussionen“, schreibt uns die Vereinsvorsitzende Dajana Meier.

Die nächste Renaturierung steht im Standort des Bayerwerks an. „Leider hat das Werk bisher abgelehnt, einen Störstein zu stiften. Wir sind also weiter auf der Suche nach einem Sponsor“, ergänzt sie.

Verein Neue Ufer Wuppertal

Fotos: Tim V. Kortmann, Mausklick Mediendesign

Störsteine gibt es auch anderswo. Hier das Krokodil im Gewerbebach in Freiburg/Breisgau. Foto: imbirkenweg / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

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(20.01.2021)