Wissenschaft Aktuell: Ozeanwasser im Erdmantel, innovativer Bohrhammer aus Freiberg, Problem des „fehlenden Eises“, Messkampagne zur Geothermie in NRW

In den Subduktionszonen tauchen Erdplatten in den Mantel ab und können über Minerale wesentliche Mengen Wasser mit sich tragen. Bild: Yonsei-Universität, Yoonah Bang (nach Plank & Manning (2019)

Erkenntnisse über unseren Planeten, seine Geologie und andere Steingeschichten

(Grafik oben) Die Weltmeere sickern tiefer und in größerem Umfang in den Erdmantel ein als gedacht. Das zeigt eine Untersuchung des wasserhaltigen Minerals Glaukophan, das in der ozeanischen Kruste weit verbreitet ist. Hochdruckexperimente an DESYs Röntgenlichtquelle PETRA III zufolge ist Glaukophan überraschend stabil und kann Wasser bis in Tiefen von bis zu 240 Kilometer befördern.
https://www.desy.de/aktuelles/news_suche/index_ger.html?openDirectAnchor=2034&two_columns=1
 

Mit diesen Hartmetall-Stiften zerschlägt der Bohrhammer auch härtestes Gestein. Foto: TU Bergakademie FreibergIn der Nähe von Dresden testen Forschende der TU Bergakademie Freiberg ein neuartiges Werkzeug, mit dem Bohrungen von mehreren Kilometer Tiefe deutlich effektiver als bisher hergestellt werden können. Statt mit einem rotierenden Bohrer arbeitet sich der Prototyp mit Schlägen in die Tiefen des Untergrundes vor. Das hydraulisch angetriebene Schlagwerk befindet sich dabei direkt oberhalb des Bohrmeißels tief im Bohrloch. Die Erzeugung der Schläge erfolgt nach einem Verfahren, das es in der Tiefbohrtechnik bisher noch nicht gab.
https://tu-freiberg.de/presse/mit-high-speed-durch-den-untergrund-innovativer-bohrhammer-fuer-die-tiefbohrtechnik-wird-entw
 

Luftaufnahme des Store-Gletschers. Foto: AWIWährend der Eiszeiten sinkt der Meeresspiegel, weil viel Wasser in den riesigen Festlandgletschern gespeichert ist. Rechenmodelle konnten die Höhe des Meeresspiegels und die Dicke der Gletschermassen für die letzten Eiszeiten aber nicht miteinander in Einklang bringen. Forscher des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung haben nun dieses so genannte „Problem des fehlenden Eises“ gelöst.
https://www.awi.de/ueber-uns/service/presse/presse-detailansicht/problem-des-fehlenden-eises-geloest.html
 

Die Vibro-Trucks sind oft auf Waldwegen abseits der Hauptverkehrsachsen unterwegs. Foto: Fraunhofer IEGErste seismische Messkampagne für die Exploration von Geothermie seit Jahrzehnten in NRW erfolgreich absolviert. Über 2.000 Geophone, knapp 400 Anregungspunkte, zwei seismische Profillinien á zwölf Kilometern Länge und Terabyte an Daten. Die seismischen Messungen innerhalb des Forschungsprojektes »Geothermal Papiertrocknung«, der Kabel Premium Pulp & Paper GmbH unter Beteiligung des Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastruktur und Geothermie IEG und des Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT sind erfolgreich absolviert.
https://www.ieg.fraunhofer.de/de/presse/pressemitteilungen/erfolgreiche-seismische-messkampagne.html

(11.03.2021)