In Oberwesel geht die Sanierung der berühmten Stadtmauer aus Bruchsteinen weiter

Teil der Stadtmauer von Oberwesel.

Eine ihrer Besonderheiten ist die Konstruktion mit Bögen, die auf Pfählen ruhen

Die Stadtmauer von Oberwesel am Mittelrhein gehört zu den bedeutendsten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtbefestigungen in Deutschland. Derzeit steht die Sanierung des oberen Mauerabschlusses im Bereich Propfenzieher und Katzenturm an. Für den Erhalt der Anlage wurde vor 25 Jahren die treuhänderische Stiftung „Stadtmauer Oberwesel“ in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) gegründet. Vor Ort engagiert sich ein Bauverein, der von vielen Bürgern unterstützt wird und der auch Rundgänge organisiert.

Die Anlage mit ihren 16 Türmen ist ein touristisches Highlight der Stadt. Ein Rundweg führt über sie, und auch geführte Touren gibt es.

In einer Pressemitteilung der DSD heißt es zur Geschichte des Bauwerks: „Die zwischen 1213 und 1216 mit Bruchsteinen erbaute Ringmauer umschließt auf querovalem Grundriss mit langer Rheinfront die Kernstadt mit der erhöht gelegenen Martinskirche und der Wernerkapelle. Sie ist 2,6 Kilometer km lang und durchschnittlich etwa 8,50 m hoch. Von den ehemals 21 mittelalterlichen Türmen sind 16 erhalten.

Die Stadtmauer mit dem Kuhhirtenturm. Foto: Horsch Willy / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

Das Besondere der Bruchsteinmauer ist ihre Konstruktion, sie wird von Bögen unterfangen, die auf Pfählen ruhen. Im Bereich des Pulverturms stützen sich die Überkragungen gegenseitig.

Der rheinseitige Mauerabschnitt, der mit seinen Türmen die Stadtansicht prägt, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Nach der Belagerung der im Aufruhr gegen den Trierer Erzbischof befindlichen Stadt wurde die Mauer im 14. Jahrhundert auch um die nördliche Vorstadt Niederburg erweitert und durch Schalentürme verstärkt. Bemerkenswert ist die Fülle der erhaltenen Baudetails wie etwa Wehrgangtreppen, hölzerne Maueranker und Bauzier.“

Auf der Webseite der Stadt wird aus dem Reisetagebuch des französischen Romantikers Victor Hugo zitiert: „Oberwesel ist besonders von den Kriegen des Mittelalters gezeichnet. Die alte Stadtmauer ist von Kanonen- und Gewehrkugeln durchlöchert. Die Einschläge der schweren Eisenkugeln der Erzbischöfe von Trier, die Kugeln der Musketen von Ludwig XIV. und die Kartätschen unserer Revolutionstruppen kann man auf ihr wie auf einem alten Pergament entziffern. Doch heute gleicht Oberwesel einem alten Soldaten, der Winzer wurde. Sein Rotwein ist exzellent.“

Oberwesel bezeichnet sich selbst als „Stadt der Türme und des Weins“.

Oberwesel

Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD)

Fotos: Marie-Luise Preiss / DSD

Teil der Stadtmauer von Oberwesel. Blick auf den Ochsenturm (vorne). Teil des Rundwegs über die Stadtmauer.