In Belgien machte die Initiative „Objectif Blue Stone“ (Das Ziel heißt: Blaustein) mit einem Designer-Wettbewerb PR für den heimischen Kalkstein

Louise Guivarch: „Sit & Play“.Louise Guivarch: „Sit & Play“.

Die Aufgabe der Teilnehmer bestand daran, Straßenmöbel aus dem Material zu kreieren / Jury aus dem Internet und von Experten

„Objectif Blue Stone“ (Das Ziel heißt: Blaustein) war eine Initiative aus dem französischsprachigen Teil Belgiens, wo sich verschiedene wallonische Organisationen zusammengetan haben, um Öffentlichkeitsarbeit für den heimischen Kalkstein zu machen. Das Material war früher unter dem fälschlichen Namen Petit Granit bekannt und beliebt.

Im Jahr 2019 startete die Initiative einen Wettbewerb für Straßenmöbel aus dem Material. Ziel war, neue Verwendungen zu finden und auch, die Branche näher an die kreativen Gestalter heranzubringen.

Eingeladen waren Studenten, professionelle Designer und Steinmetze aus Wallonien und Frankreich. Das Projekt wurde im Rahmen der EU-Förderung Interregio unterstützt. 38 Einreichungen gab es.

Ungewöhnlich im Vergleich zu Design-Wettbewerben in anderen Ländern war die Vergabe der beiden Auszeichnungen im Jahr 2020: für den einen Preis trafen Internet-Nutzer die Entscheidung, für den anderen zeichnete eine Expertenjury verantwortlich.

Bemerkenswert war auch die Höhe des Preisgeldes: 20.000 € gab es pro Gewinner, wobei in dieser Summe die Realisierung des jeweiligen Prototypen inbegriffen war. Den Stein als solchen hatten aber schon die Firmen Carrières du Hainaut und La Pierre Bleue Belge gestiftet.

Besonderheit war auch, dass der eine Preis an einen Designer und der andere an eine Steinmetzfirma ging.

Im ersten Fall war Louise Guivarch die Preisträgerin. Sie studiert Produktdesign an der École Supérieure ESSAT in Roubaix. „Sit & Play“ nannte sie ihre Arbeit: sie hatte den massiven Steinblock von 1 m³ nur vergleichsweise wenig umgestaltet, obendrauf ein Schachbrett eingefügt, außerdem einen Blumenkasten und Sitzmöglichkeiten herausgearbeitet.

„Mehrere 1000 Internet-Nutzer gaben ihre Stimme ab“, wird in der Pressemitteilung zu der Online-Auswahl gesagt.

Atelier Paysage: „Hexa-Pierre“.

„Hexa-Pierre“ war der Titel des 2. Gewinnerobjekts. Idee und Ausführung stammten von der Firma Atelier Paysage: es handelte sich um eine Sitzgelegenheit, die den natürlich entstandenen sechseckigen Basaltsäulen wie etwa im Giant’s Causeway nachempfunden ist.

Als Teil des Preises wurden die Gewinnerideen beim European Union Intellectual Property Office (EUIPO) hinterlegt.

Die Arbeit „Sit & Play“ wurde von der Firma Rizzo Stone realisiert und in Fourmies in Frankreich aufgestellt. „Hexa Pierre“ realisierte die Firma Chantier Lenoir.

Die Initiative Objectif Blue Stone hat zum Ziel, die Bekanntheit des Blausteins zu steigern und auch neue Möglichkeiten für seine Verwendung zu finden. Dabei geht es nicht nur darum, den Markt für das Material zu erweitern. Aktionen betreffen auch die Ausbildung von Fachleuten, Coaching und finanzielle Beratung für junge Unternehmen sowie Ausstellungen zu verschiedenen Themen.

Wir zeigen die Gewinner und die Einreichungen, die in die Vorauswahl der besten 10 kamen.

Objectif Blue Stone (französisch)

Carrières du Hainaut

Pierre Bleu Belge

Fotos: Objectif Blue Stone

 „Nuages“. „Le Billodrome“. „Le Temps d‘une Aventure“. „Capture“.„Grenouille“.„Phi Aire Bleue“.„Ping Pong Blue“. „Borne de Patience“.

(26.03.2021)