„By the Way“ von Ann Lane zeigt mehr als 1000 Kunstwerke entlang der Straßen und in den Dörfern von Irland

Dick Joynt: „Ram“ (Schafsbock), Granit. Mit 30 Tonnen ist es eines der größten Werke seiner Art im Land. Es spiegelt einen der Eckpfeiler der Landwirtschaft der Region wider.

Es sind große und kleine Arbeiten, solche, die eine lustige Geschichte erzählen, oder auch die, die von großem Unglück berichten

Eine tiefe Gastfreundschaft spricht aus einem Zitat von Ann Lane: „Die Informationen sind besonders interessant für Besucher, die zu einem Werk nichts wissen über die Geschichte dahinter und über den Standort.“ Ann Lane hat ihr 2. Buch zu Kunstwerken entlang der Straßen in Irland veröffentlicht – eine schier unglaubliche Fleißarbeit, für die sie gut 35.000 km kreuz und quer über die Insel hinter sich gebracht hat und akribisch den Hintergrund zu den Arbeiten am Wegesrand zusammengetragen hat.

Nur wenige Kunstwerke in Städten sind aufgenommen. Denn sie sind häufig wenigstens mit einer Plakette mit Namen des Werks und des Künstlers versehen. Auf dem Land hingegen zeugt der Mangel an Informationen jedoch häufig nicht nur von der Geringschätzung seitens der Öffentlichkeit für die Kunst, sondern belegt auch das Desinteresse mancher Einheimischer an den Gästen.

Die Mehrheit der 1050 Arbeiten im Buch findet man in Dörfern oder am Wegesrand.

Es sind jene Dinge bei einer Reise, wo der Besucher im Vorbeifahren vielleicht für einen Moment denkt, dass er hätte anhalten und nachschauen sollen.

„Clocha na hÉireann / Die Steine von Irland“. Jede Grafschaft wird durch einen Stein repräsentiert. Ein Bildhauer aus dem jeweiligen County fertigte die Umrisse.

Zahlreiche der Arbeiten sind aus Stein gefertigt, viele gibt es auch aus Metall. Es sind Große und Kleine, solche, die eine lustige Geschichte erzählen, oder auch die, die auch von großem Unglück berichten.

Ausdrücklich will das großformatige Buch mit 400 Seiten den Leser mit der Insel und ihren Bewohnern vertraut machen. Im Vorwort schreibt Michael D. Higgins: „Für diejenigen, die das Glück haben, in Irland zu leben und zu reisen, kann es einen neuen Blick auf unsere heimische Landschaft geben. Bei denjenigen, die noch nicht hier waren, hoffe ich, dass es Neugier und Interesse weckt.“ Higgins ist der Präsident der irischen Republik.

Moment – der Staatspräsident schrieb das Vorwort?

Links: Ruairi Dennison: „Kerze“, Kalkstein. Mit einem Lebensbaum-Motiv, Sonne, Mond, Sternen und einer Mitteltafel aus dem Book of Durrow, umgeben von einem Muster aus unendlich verschlungenen Knotengeflechten. Rechts: Imogen Stuart: „St. Kevin and the Blackbird“ (St. Kevin und die Amsel), Granit. Der Heilige, dem eine besondere Beziehung zu Wildtieren nachgesagt wird.Fred Conlon: „Caiseal dÓir“, Kilkenny Kalkstein. Inspiriert von den prähistorischen Strukturen und Artefakten der Region. Symbolisiert den Goldhort aus dem „Great Clare Find“, einen Hort keltischer Goldarbeiten aus dem Jahr 700 v. Chr., der 1854 entdeckt wurde.

Dazu muss man den Lebenslauf von Ann Lane kennen: Sie war persönliche Assistentin bei Mary Robinson, Rechtsanwältin und Universitätsprofessorin, die später erste weibliche Staatspräsidentin wurde. Danach arbeitete sie als persönliche Assistentin bei 3 Generalstaatsanwälten, und anschließend für eine Senatorin.

In den Jahrzehnten der Berufstätigkeit lernte sie nicht nur Irland in allen Details kennen – sie war auch über die ganze Erdkugel unterwegs. Sie wird dabei wohl, so kann man aus den knappen persönlichen Informationen entnehmen, nicht nur die Flughäfen und die exklusiven Hotels kennengelernt haben.

Vincent Brown und Padraig Smith: „Sail“ (Segel), Granit mit goldenen Keramikfliesen.

Im Moment ist sie in Rente, hatte also 2017 Zeit, sich mal wieder mit Kamera und Reisezeug auf den Weg zu machen.

Als wir sie baten, uns für unseren Bericht über das Buch doch ein paar Bilder herauszusuchen, schickte sie uns mehr als 20, allesamt wie gewünscht zu Arbeiten in Stein, versehen mit Untertiteln und Beschreibungen.

Ann Lane, „By the Way“, Worldwell Books, ISBN: 978-1-9164922-8-8

Martha Quinn: „Newgate, Rivergate“. Zwei Kalksteinbögen auf einem kleinen Platz.Jane Mortimer: „Loss“ (Verlust).Richie Healy: „Braille Alphabet“, Kalkstein.Seamus Dunbar und Niall Walsh: „Roscrea Arch“. Bogen aus Sand- und Kalkstein mit Tier- und Menschenköpfen.Séighean Ó Draoi: „An Bradán Feasa / The Salmon of Knowledge“ (Der Lachs des Wissens), Kalkstein.AJ Victor Segoffin: „Mother Ireland“. Weiße Marmorfigur der Mutter Irland, die um ihre im Kampf getöteten Söhne trauert.Titelblatt des Buches.Ann Lane.

(26.04.2021)