Auf dem Historischen Friedhof Weimar wird die Grabanlage Bonaventura Genelli restauriert und konserviert

Die Grabanlage Bonaventura Genelli auf dem Historischen Friedhof in Weimar. Foto: Siebert / Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Zahlreiche namhafte Persönlichkeiten der Stadt sind dort beigesetzt, unter anderem Goethe und vermutlich Schiller

Auf dem Historischen Friedhof in Weimar befinden sich die Grabstätten zahlreicher namhafter Weimarer Persönlichkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts, darunter Goethe, vermutlich Schiller, Charlotte von Stein oder Anton von Cotta, um nur einige zu nennen. Sie wurden beigesetzt in der Fürstengruft, unter Grabkreuzen, in Gebeinhäusern oder Familienmausoleen.

Der historische Friedhof ist Außenstelle der Bundesgartenschau Erfurt 2021.

Derzeit wird dort die Grabanlage Bonaventura Genelli restauriert und konserviert. Daran beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit 5.000 Euro.

Der so genannte Historische Friedhof wurde 1818 als Neuer Gottesacker auf einer Anhöhe südlich des Stadtzentrums eröffnet. Zwischen 1862 und 1922 wurde die Anlage mehrmals erweitert. Heute ist sie ein Park mit altem Baumbestand auf trapezförmigem Grundriss.

Die Grabstätte Genelli auf dem Historischen Friedhof ist auch als Einzeldenkmal Bestandteil des Unesco-Weltkulturerbes Klassisches Weimar. Der 1868 verstorbene und hier neben seiner Ehefrau und seinem Sohn begrabene Maler, Zeichner und Kupferstecher gilt als einer der bekanntesten Vertreter des Spätklassizismus. Auf der mit Travertin eingefassten Grabanlage stehen zwei Grabsteine. Die Grabstätte besitzt heute Grabpaten, die sich gegenüber der Stadt dazu verpflichtet haben, die Anlage zu restaurieren und zu erhalten.

Der 1798 in Berlin geborene Bonaventura Genelli studierte ab 1814 an der Kunstakademie bei Gottfried Schadow und Johann Erdmann Hummel. Sein Gönner war Großherzog Carl Alexander, für den er großformatige Gemälde schuf. Er war auch für die Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar tätig. 1868 starb Genelli in Weimar. Von seinen über 1650 Zeichnungen und 14 Ölgemälden befinden sich heute zahlreiche Werke in Museen in Berlin, Dresden, Leipzig, Weimar, Wien und München.

Bei den Restaurierungsmaßnahmen sollen Schäden beseitigt und die Natursteine gesichert werden. Für die Reinigung und Instandsetzung kommen dabei Techniken und Verfahren zum Einsatz, die das Material schonen und Originalsubstanz erhalten. Die beiden Grabsteine werden nicht vor Ort, sondern in der Restauratoren-Werkstatt manuell und mechanisch gereinigt. Ein weiteres Ziel der Maßnahme ist die denkmalgerechte Wiederherstellung der gärtnerischen Anlage der Grabstelle.

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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(11.05.2021)