Spaniens Natursteinbranche kommt beinahe ohne Rückgänge bei den Exporten durch das Pandemie-Jahr 2020

Tabelle: Cluster Piedra.

Rund zwei Drittel der Lieferungen sind halbfertiges oder verarbeitetes Material / Wichtigstes Zielland ist Frankreich, gefolgt vom UK, den USA und Deutschland

Haben die spanischen Natursteinexporteure das Wunder vollbracht und trotz der Corona-Krise den anhaltenden Abwärtstrend seit 5 Jahren gestoppt? Denn die 818,1 Millionen €, die sie 2020 mit Verkäufen ins Ausland erzielt hatten, waren nur noch um (-)0,46% weniger als im Jahr zuvor (821,8 Millionen €). Dabei hatten ihre Exporte 2016 noch 919,2 Millionen € betragen und waren seitdem um insgesamt beinahe 10% zurückgegangen. Diese Zahlen hat das Cluster Piedra veröffentlicht.

Nahezu gleich geblieben ist der Anteil von Rohblöcken am Exportvolumen: er betrug 247,4 Millionen € und lag damit um +0,48% über dem Wert des Vorjahres. Gut den doppelten Wert erzielten die Lieferanten mit halbfertigem oder verarbeitetem Material, nämlich 570,7 Millionen €. Hier gab es jedoch einen Rückgang um (-)2,04% gegenüber 2019.

Bei den Zielländern ist die Reihenfolge gegenüber den Vorjahren weitgehend gleich geblieben, wie die Tabelle zeigt: Frankreich lag mit deutlichem Vorsprung auf Platz 1 (167,7 Millionen €, -7,1%), gefolgt vom United Kingdom (122,2 Millionen €, +4,3%). Wiederum mit deutlichem Abstand mit ungefähr der Hälfte weniger schließen sich die USA (68,7 Millionen €, -7,3 %) und Deutschland (59,5 Millionen €, +19,9%) an.

China, weltweit der größte Einkäufer von Rohblöcken, erreicht bei Spaniens Exporten nur den 9. Platz in der Rangfolge der Zielländer (25 Millionen €, -30%). Drastisch waren auch die Rückgänge bei den Lieferungen in die Länder des Mittleren Ostens. Hier werden aber nur vergleichsweise niedrige Summen erzielt, dies allerdings mit Fertigprodukten.

Export-Spitzenreiter war die Provinz Ourense (196 Millionen €) gefolgt von Alicante (127 Millionen €), Pontevedra (125 Millionen €), Almería (89 Millionen €) und Leon (70 Millionen €). Mit deutlichem Abstand folgen die anderen Landesteile.

Bei den Importen von Naturstein gab es wie in den Vorjahren deutliche Rückgänge: sie gingen diesmal insgesamt von 177,1 Millionen € (2019) auf 145,9 Millionen € (2020) zurück. An 1. Stelle in der Rangliste lag hier das Nachbarland Portugal (23,4 Millionen €), gefolgt von China mit deutlichem Abstand (14,6 Millionen €) und Indien (14,1 Millionen €)

Javier Fernández Cortés, Generalsekretär des Zentrums, schreibt in seinen Bemerkungen zu den Zahlen:
„Neben dem Export in seiner traditionellen Form gibt es neue Arten von Internationalisierung, die in Betracht zu ziehen sind, besonders die folgenden:
– Offshoring in all seinen Varianten. Immer mehr spanische Unternehmen verlagern nicht nur den gesamten oder einen Teil des Produktionsprozesses, sondern gründen auch Tochtergesellschaften in anderen Ländern usw. In vielen Fällen schließt diese Expansion die Ausbeutung von Steinbrüchen jenseits unserer Grenzen ein.
– Re-Exporte und Re-Importe zur Ausnutzung von Zollvorteilen sind für die Natursteinindustrie von Bedeutung.“

Das Cluster Piedra ist das Dienstleistungszentrum für die Steinbranche ganz Spaniens. Es soll für die Vermarktung der heimischen Sorten sorgen als auch den Firmen durch Weiterbildung und Service beim Weg in die Zukunft helfen.

Cluster Piedra

Sitz des Cluster Piedra in Chehegín in der Provinz Murcia.

(23.06.2021)