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Märkte: Antike Kunstwerke aus Steinschlamm und Harz

(Oktober 2010) Eine Idee für ganz ungewöhnliche Produkte aus Naturstein haben griechische Wissenschaftler entwickelt: Figuren der klassischen Antike, gefertigt in Werkstätten des Landes und aus heimischen Marmor.

Was ist das Innovative daran, wird der Leser sich fragen, und wir wollen es nicht verschweigen: es handelt sich erstens um Kopien der antiken Stücke, zweitens ist das Material ein Kunststein bestehend aus Steinstaub mit Harz als Klebstoff, und drittens wurden die Stücke von Robotern gefertigt. (pdf)

Vorgestellt wurde die ungewöhnliche Idee auf dem Global Stone Congress im März dieses Jahres im spanischen Alicante. Was tun mit den riesigen Mengen an Abfall aus den Steinbrüchen und –fabriken, war eine der Fragen, mit denen sich die Referenten beschäftigten.

So haben Forscher im spanischen Cartagena untersucht, ob Marmorschlamm bei der Sanierung belasteter Industrieböden helfen kann. Dort wird seit 2500 Jahren Erz abgebaut und Metall verarbeitet. Die Antwort ist Ja: in einem Projekt ließ sich mit dem Abrieb aus der Steinproduktion zusammen mit organischen Zusätzen – Schweinegülle und Klärschlamm – der pH-Wert des Bodens verbessern und die Auswaschung von Schwermetallen reduzieren. Vergleichbare rein chemische Verfahren wären viel teurer, so die Referenten. (pdf)

Eine andere Studie ging der Frage nach, wie man mit Hilfe von Marmorschlamm Schwermetall aus versauerten Gewässern herausholen kann. (pdf)

Wieder ein anderes Projekt aus Spanien hat die am besten geeigneten Pflanzen für die Wiederbegrünung von Steinbrüchen und Industriebrachen gesucht und gefunden. Der Titel des Vortrags lautete „Der Showroom der Veränderungen“ und wies darauf hin, welche Bedeutung Renaturierungs-Vorhaben für das Image der Branche haben. (pdf)

Auch für den Abfall aus der Granitbearbeitung gab es Ideen. So wurde in einem Projekt untersucht, wie man ihn der Glasurmasse für Keramiken beimischen kann. (pdf)

Über ähnliche Vorhaben unter anderem aus Italien hatten wir in der Ausgabe vom Mai dieses Jahres berichtet.

Die Umweltbelange der Steingewinnung und -verarbeitung waren einer der Schwerpunkte des Kongresses. In Griechenland haben Forscher festgestellt, dass mancherorts bis zu 35% der in einem Steinbruch von den Generatoren erzeugten Energie nicht genutzt wird. Angesichts hoher Kosten und strenger werdender Vorschriften empfehlen die Autoren ein Energiemanagement. (pdf)

In einem Vortrag aus Brasilien ging es um Nachhaltigkeit und die entscheidenden Faktoren. Dazu gehöre unabdingbar auch soziale Nachhaltigkeit, also zum Beispiel die Lösung des Problems der Kinderarbeit, hieß es. (pdf)

Auch um Fragen der Vermarktung ging es. Aus Spanien kam ein Analysesystem, mit dem die Farben von Granitfliesen miteinander verglichen werden können. Damit ließen sich einheitlichere Chargen zusammenstellen, so die Referenten. (pdf)

Übersicht über die Vorträge