Galeria Karstadt Kaufhof will in den kommenden 3 bis 4 Jahren 400 Millionen € für den Umbau seiner Warenhäuser ausgeben

Galeria Kaufhof am Berliner Alexanderplatz. Foto: Taxiarchos228 / Wikimedia Commons

Es soll 3 Niveaus geben: „Weltstadthaus“, „regionaler Magnet“ und „lokales Forum“, so der Vorstandschef in einem Interview mit dem Handelsblatt

Der Kaufhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof will bis zu 60 seiner insgesamt 131 Häuser komplett umbauen, den Rest zumindest teilweise. Das sagte Vorstandschef Miguel Müllenbach in einem Interview mit dem Handelsblatt. Hintergrund ist die Strategie „Galeria 2.0“, mit der sich der Konzern neu aufstellen und auch auf die Verluste durch die Schließungen im Zuge der Corona-Pandemie reagieren will.

Künftig soll es Häuser auf 3 unterschiedlichen Niveaus geben, so der Konzernchef im Interview: „Weltstadthaus“, „regionaler Magnet“ und „lokales Forum“. Insgesamt sollen die Verkaufsflächen weniger werden und neue Angebote wie E-Bike-Stationen und Paketschalter hinzukommen. Vermutlich dienen sie Service-Punkte für den Alltag dazu, neue Kunden in die Geschäfte zu bringen. Auch eine App mit anderen Warenhäusern soll es geben.

Rund 600 Millionen € will der Konzern für das neue Konzept ausgeben, davon 400 Millionen in den nächsten 3 bis 4 Jahren allein für die Modernisierung der Warenhäuser. Im Oktober soll Genaueres anhand der Pilot-Filialen in Frankfurt, Kassel und Kleve gezeigt werden.

Eines der architektonischen Highlights der Standorte war bisher die Galeria Kaufhof am Berliner Alexanderplatz, zu DDR-Zeiten Centrum-Warenhaus und später im Besitz des Metro Konzerns. Sie wurde von Professor Josef P. Kleihues und später Kleihues + Kleihues umgestaltet und mit einer markanten Natursteinfassade aus Gauinger Travertin (Sockel: dunkler Gabbro) versehen. Die Gestaltung bekam im Jahr 2007 den deutschen Naturstein-Preis. Die Jury lobte damals die „moderne Interpretation klassischer Warenhäuser“ und die „klassische Eleganz“, die das Haus ausstrahlt.

Was in dem neuen Konzept mit den Traditionsmarken Kaufhof und Karstadt geschieht, ist offen. 2018 hatte die Signa Holding des österreichischen Milliardärs René Benko die Galeria Kaufhof übernommen. Seit März 2019 treten Karstadt und Kaufhof unter dem gemeinsamen Namen Galeria Karstadt Kaufhof auf, seit Januar 2020 sind sie zu einem Unternehmen verschmolzen. Als Internet-Auftritt für beide Marken gibt es nur noch Galeria.de. Alleineigentümer ist die Signa Holding.

(29.07.2021)