24 Künstler aus fünf Ländern erkundeten im Unesco Global Geopark Bergstraße-Odenwald die Natur und schufen an jedem Ort Land-Art-Kunstwerke

„Side by side“ von Varol Topac (Türkei) im  Felsenmeer im Lautertal im Odenwald.

Eine Fotodokumentation der Ergebnisse ist noch bis zum 08. Oktober 2021 im Waldkunstzentrum Darmstadt zu sehen

Aus fünf Ländern waren 24 Künstlerinnen und Künstler nach Darmstadt gereist, weil sie sich für das Global Nomadic Art Projekt (GNAP) begeistern. Diesmal stand es unter dem Motto „Nature Art Stories“. In zwei Wochen im August und September erkundeten sie die Stadt und die Region des Unesco Global Geoparks Bergstraße-Odenwald: Dabei reisten sie wie Nomaden von Ort zu Ort zu 14 Workshops, immer mit dem Ziel, sich auf die Natur dort einzulassen und überall mindestens ein Kunstwerk zu schaffen.

Hinzu kamen in diesem Jahr drei koreanische Künstler, die im Rahmen eines Online-Workshops zugeschaltet waren. Die Teilnehmer wurden betreut von Kuratorin Ute Ritschel vom Verein für Internationale Waldkunst e.V., Jochen Babist und Maria Carciumaru vom Unesco Global Geopark Bergstraße-Odenwald sowie Experten vor Ort.

Stationen waren unter anderem das Unesco-Welterbe Grube Messel, der Kühkopf mit seinem Umweltbildungszentrum, eine Tongrube in Reichelsheim, die Besuchergrube Marie in Weinheim-Hohensachsen, der Frankenstein in Mühltal, das Felsenmeer im Lautertal, die Weinberge von Groß-Umstadt, das Schloss Lichtenberg in Fischbachtal und die Neunkircher Höhe mit dem Kaiserturm.

„Clay Forest“ von Reka Szabo (Ungarn), eine Tonarbeit an der Tongrube Reichelsheim-Vierstöck im Odenwald.

Ein Merkmal von GNAP ist, dass die geschaffenen Werke als Teil der Natur jeweils vor Ort verbleiben beziehungsweise als Performances ohnehin nur kurz existieren. Daher werden sie fotografiert und in einer Dokumentation zusammengefasst. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 8. Oktober in der Ausstellung „Nature Art Stories“ im Internationalen Waldkunstzentrum IWZ in Darmstadt, Ludwigshöhstraße 137. Geöffnet ist die Ausstellung Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 und Freitag von 9 bis 14 Uhr.

GNAP Deutschland basiert auf einer Initiative der südkoreanischen Künstlergruppe YATOO aus dem Jahr 2014. Künstlerinnen und Künstler waren damals aufgerufen, mit den Gegebenheiten der Natur zu arbeiten: „Mit nichts außer ihren leeren Händen und mit weit geöffneten Sinnen“ sollten sie sich von der Umgebung inspirieren lassen, wie es es auf der YATOO-Website heißt.

Die Idee weitete sich aus. Seither wurden rund um den Globus 19 GNAP-Projekte und Ausstellungen organisiert, in Deutschland 2017, 2019 und jetzt erneut. Ute Ritschel hat das Projekt exklusiv nach Darmstadt geholt.

Installation von Bianca Bischer (Heidelberg) entstanden im Skulpturengarten Kuhlmann in Darmstadt.

Organisatoren waren der Verein für Internationale Waldkunst und der Verein für Kunst und Natur. Als Kooperationspartner unterstützte der Geopark das Projekt ideell und finanziell, wobei auf EU-Fördermittel aus dem „Ruritage“-Programm zurückgegriffen werden konnte, das der Entwicklung des ländlichen Raumes dient.

Teil des Programms war auch ein Waldmandala, das einige der Künstler zusammen mit Spaziergängern im Wald auf dem Internationalen Waldkunstpfad am Böllenfalltor auslegten. Foren im Waldkunstzentrum und in der Schader-Stiftung boten Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit den Künstlern.

Nature Art Stories 2021

Internationales Waldkunst Zentrum, Ludwigshöhstraße 137, 64285 Darmstadt

Unesco Global Geopark Bergstraße-Odenwald

Fotos: Internationales Waldkunstzentrum

(15.09.2021)