Das Dorf Kaisten am Schweizer Oberrhein hat eine Filiale der Raiffeisenbank, in der Naturstein wirkungsvoll und gleichwohl nur bescheiden eingesetzt wird

Die Filiale der Raiffeisenbank in Kaisten am Oberrhein.

Im Kundenfoyer steht ein Tresen wie eine Kücheninsel prägnant im Raum und gibt ihm den Ausdruck von Werthaltigkeit und Bodenständigkeit

Wenn Sie, liebe Leser, einmal in den kleinen Ort Kaisten am Oberrhein kommen, schauen Sie unbedingt in der Filiale der Raiffeisenbank vorbei. Denn dort wurde nicht nur Naturstein auf recht unübliche Art und Weise verwendet. Bauherren und Architekten geben in dem Gebäude auch eine interessante Antwort auf die zunehmende Digitalisierung, die von vielen als Verunsicherung und Entfremdung erlebt wird.

Die Filiale liegt in einem alten Bauernhaus, das unter Oberaufsicht des Ortsbildschutzes (Denkmalpflege) umgebaut wurde.

Da ist vor allem das Kundenfoyer, und mittendrin der Kundentresen: er ist ein Möbelstück nach der Art einer Kücheninsel, die dominant im Raum steht. Einen besonderen Akzent gibt der lokale Oberhöfler Schilfsandstein, mit dem der Block verkleidet ist. „Der Stein vermittelt Werthaltigkeit, seine Herkunft Bodenständigkeit“, sagt Marc Meier, Mitglied der Leitung der Bank.

Zusammen mit dem Architekturbüro Brem+Zehnder habe man das Konzept entwickelt. Den Naturstein lieferte die Firma Obrist.

Die Filiale der Raiffeisenbank in Kaisten am Oberrhein.Die Filiale der Raiffeisenbank in Kaisten am Oberrhein.

Der Raum selbst ist großzügig gestaltet mit einer Sitzecke. Der Geldautomat ist eher unauffällig in einer Ecke platziert.

Die Holzverkleidung an den Wänden „strahlt Wärme aus und erinnert an das traditionelle Material der Bauernhäuser im Ort“, so Meier. Ein großes Fenster, das neu in die Wand gebrochen wurde, öffnet den Raum nach außen und lässt Tageslicht nach innen.

Damit nicht genug: das Foyer kann auch für größere Anlässe im Ort genutzt werden, und dann sehen die Leute von draußen durch das Fenster, dass in der Bank etwas los ist. Für solche Gelegenheiten kann der Kundentresen zur Seite gerollt werden.

Außerdem gibt es im Gebäude ein „Öffentliches Sitzungszimmer“, das zum Beispiel Vereine für ihre Zwecke nutzen können. In Kaisten gibt es nämlich keine passende Kneipe mehr.

Das Konzept solch einer Bank für die Bürger war keine neue Strategievorgabe aus der Zentrale, sondern wurde vor Ort entwickelt. „Wir wollten eine Antwort auf die zunehmende Digitalisierung in allen Bereichen geben und unseren Kunden mehr Dienstleistung bieten“, so der Vorsitzende der Bankleitung Peter Senn.

„Ehrlichkeit als Botschaft zu vermitteln“ lautete das Ziel in Sachen Imagepflege.

Die Filiale der Raiffeisenbank in Kaisten am Oberrhein.

Kaisten zählt etwa 2500 Einwohner. Es liegt zwischen Basel und den Rheinfällen von Schaffhausen auf der Schweizer Seite des Flusses und ist landwirtschaftlich geprägt. Geologisch gesehen liegt es in der Hügellandschaft des Tafeljuras.

Raiffeisen Regio-Laufenburg

Brem+Zehnder

Obrist Natursteine + Steinsägewerk

Kaisten

Fotos: Raiffeisenbank

(22.10.2021)