Pablo Atchugarrys Skulpturen sind noch bis zum 31. Januar 2022 im Palazzo Reale in Mailand direkt neben dem Dom zu sehen

Pablo Atchugarry, “Untitled“, Statuario marble, 113 x 61,5 x 32 cm.

Die Arbeiten des Bildhauers aus Uruguay erinnern teils an Grasbüschel oder an Holzfasern, teils an verschlungene Tücher

Langgestreckte Falten im Material stehen im Mittelpunkt der Skulpturen des Bildhauers Pablo Atchugarry aus Uruguay. Eine Auswahl seiner Werke aus Marmor, Bronze und Holz ist bis zum 31. Januar 2022 im Palazzo Reale direkt neben dem Mailänder Dom zu sehen. Unverkennbar ist sein Stil: immer sind es schlanke Pfeiler, manchmal mit Durchbrüchen, manche erinnern an Bündel von Grashalmen, andere an Arrangements von Holzfasern, in anderen mag man menschliche Figuren erkennen.

Atchugarry geht einen faszinierenden Mittelweg zwischen abstrakt und figurativ. Mehr noch: seine Arbeiten lassen den Betrachter erst dann wieder frei, wenn er mindestens einmal um das Kunstwerk herumgegangen ist und es aus vielen Blickwinkeln betrachtet hat.

Pablo Atchugarry, left: “Spring Flower“, Statuario marble, 130,5 x 52,5 x 35 cm; right: “Le Grand Oiseau Blanc“, Statuario marble, 113,5 x 80 x 31,5 cm.

„Life of Matter“ (Das Leben der Materie) ist der Titel der Ausstellung.

Pablo Atchugarry wurde 1954 in Montevideo (Uruguay) geboren. Seine Eltern waren kunstbegeistert und förderten die Berufswahl des Sohnes. Im Jahr 1979 schuf er seine erste Skulptur in Carrara, nachdem er zuvor mit verschiedenen Materialien experimentiert und auch als Maler gearbeitet hatte. 1982 zog er nach Lecco in Italien, wo er noch immer lebt und arbeitet, und begann hier mit der Arbeit an seinem ersten monumentalen Projekt aus Carrara-Marmor.

Im Jahr 2002 erhielt er den Michelangelo-Preis. Im Jahr 2003 nahm er an der 50. Kunstbiennale in Venedig teil.

Pablo Atchugarry, left: „Untitled“, Statuario marble, 210 x 37 x 31,5 cm; right: “Vuelo al Infinito“, Portuguese rose marble, 165 x 38 x 37 cm.

2007 wurde die Pablo-Atchugarry-Stiftung in Manantiales (Punta del Este) in Uruguay gegründet, wo derzeit ein großes Museum für zeitgenössische Kunst entsteht.

Zahlreiche der monumentalen Arbeiten, die weltweit aufgestellt sind, messen mehr als 5 m in der Höhe und wiegen um die 30 t. Einige wurden aus einem einzigen Block herausgearbeitet. Grundsätzlich sucht er die Rohblöcke selber im Steinbruch aus.

In Palazzo Reale sind „kleinere“ Arbeiten zu sehen.

Palazzo Reale, Mailand
https://www.palazzorealemilano.it/

Foundation Pablo Atchugarry
http://www.fundacionpabloatchugarry.org/en/

Fotos: Daniele Cortese

Pablo Atchugarry, left: “Incontro Infinito“, Portuguese rose marble, 220 x 80 x 30 cm; right: “Fuerza Primordial“, Belgian black marble, 105 x 29 x 15 cm.Pablo Atchugarry, left: “The Giant of Nature“, cherry wood, 173 x 54 x 62 cm; right: “Untitled“, bronze with paint, 190 x 24 x 20 cm.Pablo Atchugarry. Photo: Giorgia Panzera

(11.11.2021)