Im Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP heißt es: „Wir wollen den heimischen Rohstoffabbau erleichtern und ökologisch ausrichten“

Im 20. Deutschen Bundestag wird es zum 1. Mal eine Ampel-Koalition auf Bundesebene geben. Foto: Kryp / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

Leitlinien für die Herstellung von Produkten sind Langlebigkeit, weniger Ressourcenverbrauch, mehr Recycling

Wir haben den Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP für den 20. Deutschen Bundestag gecheckt, ob darin für die Natursteinbranche relevante Themen angesprochen werden.

Fündig wurden wir vor allem im Abschnitt „Rohstoffe, Lieferketten und Freihandel“. Dort heißt es: „Wir wollen unsere Wirtschaft bei der Sicherung einer nachhaltigen Rohstoffversorgung unterstützen, den heimischen Rohstoffabbau erleichtern und ökologisch ausrichten.“

Daneben wird auch das Postulat der Entkoppelung (Wachstum ohne steigenden Ressourcenverbrauch) angesprochen: „Wir wollen das ökonomische und ökologische Potenzial des Recyclings umfassend nutzen, den Ressourcenverbrauch senken und damit Arbeitsplätze schaffen (Produktdesign, Recyclat, Recycling).“ Und später heißt es: „Produkte müssen langlebig, wiederverwendbar, recycelbar und möglichst reparierbar sein.“

„Wir führen digitale Produktpässe ein“, wird angekündigt.

Auch zur Diskussion um Konsum mit Verantwortung bezieht die Koalition Stellung: „Wir unterstützen ein wirksames EU-Lieferkettengesetz, basierend auf den UN-Leitprinzipien Wirtschaft und Menschenrechte, das kleinere und mittlere Unternehmen nicht überfordert. Das Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten wird unverändert umgesetzt und gegebenenfalls verbessert… Wir unterstützen das von der EU vorgeschlagene Importverbot von Produkten aus Zwangsarbeit.

Zum Thema „berufliche Ausbildung“ bleiben die Ausführungen vage.

Noch etwas, das für die Branche bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit nützlich sein kann: „Nationale Naturlandschaften, Unesco-Welterbestätten und Unesco Global Geoparks sind wichtige Bestandteile des deutschen Tourismus‘.“

Schließlich, und das nur zum Spaß: das Wort „Naturstein“ als solches kommt gar nicht vor, „Stein“ allenfalls in Wörtern wie „Baustein“ usw, und auch bei der Suche nach Steinsorten wie „Marmor“, „Granit“ usw war Essig. Nicht einmal das Wort „schiefer“ taucht im ganzen Vertrag ein einziges Mal auf, was einen Rückschluss auf die vielfach beschriebene positive Stimmung unter den Koalitionären erlaubt.

Lediglich bei der Suche mit dem Wortbaustein „Geo-“ wurden wir fündig, zum Beispiel in „geopolitisch“ oder in „Abgeordnete“.

Der Koalitionsvertrag zum Download

Der Deutsche Naturwerkstein-Verband (DNV) hat Argumente zusammengestellt, die die Bedeutung heimischer Steinbrüche beleuchten.

(28.11.2021)