Die dänische Reederei Maersk will bei ihren Schiffen auf „grünes“ Methanol umsteuern

Das neue Schiff wird ein neues Design haben und mehr Ladekapazität bieten. Quelle: Maersk

Die weltgrößte Transportfirma lässt 8 neue Containerschiffe bauen, die langfristig Auswirkungen auch auf die gesamte Transportbanche haben werden

Aus Dänemark kommt eine wegweisende Entwicklung in Sachen Klimaschutz: dort will die weltweit größte Reederei Maersk künftig auf „grünes“ Methanol als Treibstoff umstellen und damit bei ihren Transporten eine Null-CO2-Emission erreichen.

Konkret: im August 2021 gab A.P. Moller – Maersk bekannt, dass es 8 neue Containerschiffe bestellt hat, deren Motoren mit diesem Methanol betrieben werden. Das erste dieser Riesenschiffe soll 2024 ausgeliefert werden, dafür sollen alte Schiffe außer Dienst gehen.

Die benötigten zunächst 10.000 t des „grünen“ Methanols hat sich Maersk in einem Vertrag mit Reintegrate gesichert. Das ist eine Tochtergesellschaft des dänischen Unternehmens European Energy, das auf erneuerbare Energien spezialisiert ist.

Methanol ist ein Alkohol und eng verwandt mit dem Ethanol. Das kennt man von Wein und Bier, wo es, in Verdünnung und in Maßen genossen, die Menschen lustig macht.

Methanol mit der chemischen Formel CH3OH wird schon heute in großen Mengen hergestellt – entscheidend dafür, ob man es als „grün“ bezeichnen kann, ist die Energie, die für seine chemische Herstellung verwendet wird, konkret: Strom aus Solarzellen oder aus Kraftwerken für Wind- oder Wasserkraft beziehungsweise aus Biomasse.

Als Treibstoff ist Methanol altbekannt. Unter den Namen M100 gibt es in der EU eine Norm dafür. In China laufen Feldversuche mit Fahrzeugen, die solche Antriebe nutzen.

Aus dem Auspuff kommen nur CO2 und H2O, aus denen dann wieder Methanol hergestellt werden kann. Der Vorteil gegenüber Wasserstoff (H2) besteht darin, dass Methanol leichter zu handhaben ist.

Wichtig für die Natursteinbranche ist die Entscheidung von Maersk insofern, als der Marktführer ein wichtiges Zeichen für die globale Transportbranche setzt.

Auch die Käufer von Naturstein werden die Lieferanten künftig danach auswählen, ob sie ein Klima-neutrales Transportmittel gewählt haben.

Denn die Auftraggeber wollen für ihre Bauten Zertifikate wie LEED, BREEAM usw bekommen, weil sich die Immobilien damit besser verkaufen beziehungsweise vermieten lassen.

Interessant ist die Entscheidung von Maersk auch insofern, als heimischer Naturstein bei Ökobilanzen damit wieder seinen großen Umwelt-Vorteil gegenüber Lieferungen aus den Ausland verliert. Jedoch wird insgesamt das Transportieren teurer, weil die Preise des billigen Schiffsdiesels nicht mehr zu erreichen sind.

Vermutlich wird sich die Neuigkeit beim Stein nur auf die Marktchancen der sogenannten Commodities auswirken, also billiger Sorten, die bisher in großen Mengen rund um den Globus geschifft wurden. Steine mit großem Namen oder exotischem Erscheinungsbild werden davon nicht betroffen sein, auch wenn sie teurer werden.

Maersk: Video

(08.12.2021)