Hito Conmemorativo Comisión Pehuenche: 8 Granitbrocken auf 2350 m Höhe in den Anden sehen aus wie Gestalten, die in die Betrachtung des Hochgebirges versunken sind

Hito Conmemorativo Comisión Pehuenche. Foto: Filipe Figueroa Hito Conmemorativo Comisión Pehuenche. Foto: Filipe Figueroa

In der Steinwelt zwischen Chile und Argentinien gibt es einen besonderen Gedenkort

Wo sonst auf der Welt gibt es mehr freie Zeit? mag man sich fragen, wenn man die Fotos des Hito Conmemorativo Comisión Pehuenche (Gedenkort des Vereins Pehuenche) in den Anden zwischen Chile und Argentinien betrachtet. Denn die 8 tonnenschweren Findlinge im Mittelpunkt der Bilder kann man sich durchaus als alte Leute vorstellen, die sich, wenn wir im Süden wären, abends in den Schatten auf ihrem Dorfplatz gesetzt hätten und den Tag vergehen ließen.

Diese Anmutung ist genau das, was der Verein Pehuenche (Comisión Pehuenche mit der Installation auf gut 2350 m über dem Meeresspiegel erreichen wollte: das Arrangement soll an die Menschen des Pehuenche-Volkes erinnern, das ehemals hier zuhause war. Die Pehuenche markierten ihr Territorium mit aufrecht gestellten Steinen.

Erinnert werden soll auch an die völkerverbindende Rolle, die die asphaltierte Hochgebirgsstraße spielt.

Hito Conmemorativo Comisión Pehuenche. Foto: Sebastán ParedesHito Conmemorativo Comisión Pehuenche. Foto: Gustavo Burgos

Die Anlage besteht aus 4 Rampen aus Beton, auf denen die Felsbrocken aus Granit stehen, das Ganze innerhalb einer kreisförmigen Begrenzung aus Sand und Geröll.

Mittels dieser Erinnerung wollen die chilenischen und argentinischen Mitglieder des Vereins Petuenche die Gegenden diesseits und jenseits der Grenze zusammenbringen und so die Region wieder beleben.

Im Mittelpunkt der Idee steht die Straße CL 155, die die Provinz Talca auf der chilenischen Seite mit der namens Malarguë in Argentinien verbindet. Sie hat nun mit dem Gedenkplatz bei km 142 oberhalb der Laguna del Maule einen markanten Ort im Niemandsland bekommen.

Ausgewählt wurden Felsbrocken aus der Umgebung, die der Frost aus den Hängen herausgesprengt hat und die hangabwärts gerollt sind – man kann hier also quasi dem Kreislauf der Gesteine zuschauen, indem man sich einfach für eine Weile zu den 8 steinernen Gestalten dazugesellt.

Hito Conmemorativo Comisión Pehuenche. Foto: Filipe FigueroaHito Conmemorativo Comisión Pehuenche. Foto: Filipe Figueroa

Von der Architektin María Antonia Ossa García stammt die Idee zu dem Gedenkort. Realisiert wurde er in Zusammenarbeit mit einem Bildhauer, einem Geologen und einem Historiker. Die Kosten beliefen sich auf 13 Millionen Chilenische Pesos, umgerechnet etwa 17.000 US-$.

Der Gedenkort war Teil eines größeren Gesamtprojektes am Fachbereich Architektur der Talca Universität (Universidad de Talca Architecture School), in dem es um Ideen für die Gebirgsregion geht („Tres lugares para habitar la cordillera, Región del Maule”). Ein anderes Teilprojekt dreht sich um die heißen Quellen von San Pedro, ebenfalls an der Hochgebirgsstraße gelegen. Dort hat die Studentin Pía Montero Ideen entwickelt, wie man die alten Thermalquellen erhalten und was man in Sachen Tourismus daraus machen könnte.

Das Gesamtprojekt wurde 2020 beim Young Talent Architecture Award im Rahmen der Biennale von Venedig ausgezeichnet.

Hito Conmemorativo Comisión Pehuenche (spanisch)

María Antonia Ossa García

Hito Conmemorativo Comisión Pehuenche. Grafik: María Antonia Ossa GarcíaHito Conmemorativo Comisión Pehuenche. Grafik: María Antonia Ossa García

(13.12.2021)