Das Baudenkmal auf dem Dern‘schen Gelände (als Entlüftungskamin für den Marktkeller) gilt als in dieser Art weitgehend einzigartig
Mitten auf dem Marktplatz zwischen dem Rathaus und der Marktkirche in Wiesbaden steht die 1900/1902 errichtete Marktsäule. Sie gilt als ein in dieser Art weitgehend einzigartiges Baudenkmal, das zusammen mit dem Marktkeller das Stadtbild prägt.
„Wind, Regen, Frost und Hitze haben der Marktsäule in 120 Jahren erheblich zugesetzt. Der frühere Kamin des Marktkellers mit der dazugehörenden Brunnenanlage ist über die Zeit undicht geworden. Um Schäden von dem gesamten Bauwerk abzuwenden, ist eine Sanierung zwingend erforderlich“, heißt es auf der Webpage Wiesbaden Aktuell.
Die historistische Anlage erhebt sich auf quadratischem Grundriss und wird von einer Balustereinfriedung umschlossen. Zum Ensemble gehört eine erhöhte, aus Sandstein errichtete Platzanlage mit Freitreppen. Eine Treppenanlage führt in den Marktkeller.
Die Marktsäule ist ein Säulenbrunnen mit Entlüftungsschacht. Ihre Basis bildet eine etwa 2,5 m hohe, sich nach oben verjüngende Sockelzone mit Brunnen auf der Süd- und Nordseite. Darüber liegt die Säulenbasis mit je einem muschelförmigen Zierstein.
Plastisch gearbeitete, lebhafte Putti bevölkern mit üppigem floralem Schmuck und Wappenkartuschen diese Zone.
Den 3,50 m hohen roten Säulenschaft schmücken schräge Kanneluren, die im oberen Drittel von einem Reliefband mit Darstellungen der Tierkreiszeichen begrenzt werden. Das etwa 1 m hohe Kapitell ragt mit seinem plastischen Schmuck weit über den Säulenschaft hinaus und zeigt unter dem Abakus, der den Laternensockel trägt, in jeder Himmelsrichtung ein Gesicht für die Tageszeiten.
Den Abschluss bildet eine aus diagonalen Metallbändern gefertigte kuppelförmige Laterne mit bekrönendem Dachknauf.
Beteiligt an der Sanierung ist auch die Hochschule Rhein-Main. Studenten des Studiengangs Baukulturerbe im Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen haben im vergangenen Herbst die Schadenskartierung erstellt.
Die Mittel für die Marktsäule in Wiesbaden kamen aus zahlreichen Spenden sowie aus den Erträgen der Lotterie GlücksSpirale und der treuhänderischen Nassauischen Denkmalstiftung, teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit.
Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD)
(16.12.2021)



