Das Terminal T 4 an Madrids internationalem Flughafen Barajas ist eine der bekanntesten Arbeiten von Richard Rogers

Das Innere des Terminals 4, Flughafen Madrid-Barajas. Foto: Levantina

Rogers, der im Dezember 2021 verstarb, wurde berühmt durch High-Tech-Architektur, setzte in Madrid aber Bambus für die Decke und den Marmor Mistral als Bodenbelag ein

Das Terminal T4 des internationalen Flughafens Madrid-Barajas ist eine der Arbeiten, für die der britische Architekt Richard Rogers berühmt ist. Es verbindet Funktionalität mit einem wiedererkennbaren Erscheinungsbild – die gewellte Decke im Innenraum zusammen mit den gelben und bräunlichen Farben wird gerne als Abbild der Landschaft um die spanische Hauptstadt und als Willkommensgruß an die Reisenden verstanden. Rogers starb am 18. Dezember 2021, geehrt unter anderem mit einem Pritzker Preis.

Rogers wurde in Florenz geboren und zog im Alter von 4 Jahren mit seiner Familie nach London. Nach einem Studium an der Architectural Association School dort wechselte er mit einem Stipendium an die Yale School of Architecture in den USA, wo er sich für die Arbeiten von Frank Lloyd Wright begeisterte. In London gründete er ein eigenes Büro, in dem zunächst auch Norman Foster dabei war. In den folgenden Jahrzehnten wurde er für High-Tech-Architektur berühmt.

Das Centre Pompidou in Paris. Foto: Suicasmo / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

Eine dieser Arbeiten war das Centre Pompidou in Paris, zusammen mit Renzo Piano und Gianfranco Franchini geplant und im Volksmund gerne „die Raffinerie“ genannt. Mitten in der historischen City aus Kalkstein gelegen, war seine Fassade aus Glas und Stahl, außen mit den Versorgungsleitungen und der Rolltreppe, zuerst nur ein Affront gegen die Kultur, erwies sich jedoch bald als Anziehungspunkt auch für Kleinkünstler und auch für die Touristen.

Weitere Meisterwerke schuf er mit dem Gebäude für Lloyds of London oder dem Millenium Dome.

Das Design dieser Meisterwerke war nie Effekthascherei, sondern spielte immer auch eine Rolle für die Nutzung.

Großartig am Terminal 4 in Madrid, geplant zusammen mit den Architekten des spanischen Estudio Lamela und den Ingenieuren von Initec (Spanien) und TPS (Vereinigtes Königreich), ist auch die Geste an die Gäste oder die Durchreisenden. Barajas wird oft gelobt als ein Ort, den man selbst als Durchreisender in Erinnerung behält – anders als viele internationale Flughäfen, in denen man sich eher wie Luftfracht fühlt.

Panorama des Terminals 4 des Flughafens Madrid-Barajas. Quelle: <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Auswahl der Materialien: das Braun der Bambusverkleidung der Decke, das Gelb der Stahlträger für das Dach und das Grau von deren Betonfüßen harmoniert mit der Creme-Farbe des Fußbodens. Er ist mit dem Marmor Mistral belegt, den die spanische Firma Levantina in ihren Brüchen gewinnt. Mit seiner großen Härte kann er den Belastungen auch eines Großflughafens standhalten. Seine Adern geben dem Boden ein bewegtes Erscheinungsbild.

Levantina lieferte 123.00 m² für die Fußbodenbeläge und 6000 laufende Meter für die Sockelleisten. 2006 wurde das Terminal eingeweiht.

Rogers, Stirk, Harbour + Partners

Levantina

Der Marmor Mistral von Levantina. Foto: Levantina

(23.12.2021)