Wirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck will Energiesparen unter anderem durch Fassaden mit besserem Wärmeschutz, mehr nachhaltige Baustoffe und Kreislaufwirtschaft erreichen

Die Außenwände bei Gebäuden aus den Sechzigern und Siebzigern sind oft dünn wie Pappe.

In der „Eröffnungsbilanz Klimaschutz“ wird auch ein „digitaler Gebäuderessourcenpass“ erwähnt

Die „Eröffnungsbilanz Klimaschutz“, mit der Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) am 11. Januar 2022 die Leitlinien seiner Politik vorgestellt hat, nennt einige Punkte, die für die Natursteinbranche direkt von Belang sind. Es handelt sich um die Bereiche Gebäudesanierung, Energieeffizienz und Auswahl der Baumaterialien.

Eine der Maßnahmen, die erwähnt werden, ist die „energetische Ertüchtigung der Hülle“, also die Sanierung der Fassaden in Sachen Wärme- und Kälteschutz. Als Mittel hierfür wird die altbekannte Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) genannt, die „zügig“ überarbeitet werden soll.

Das grundlegende Ziel ist dabei, bestehende Gebäude sowohl in größerer Zahl als auch schneller als bisher energetisch nachzubessern: Richtlinie ist die EU-Renovierungswelle, die für Gebäude die „Sanierungsrate in der EU bis 2030 verdoppeln“ will. Dafür kündet der Minister eine Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) an.

Staat und Verwaltung müssten bei der Ertüchtigung der bestehenden Gebäude voranschreiten, heißt es in dem Text: „Öffentliche Gebäude müssen in Sanierungsgeschwindigkeit und -tiefe eine Vorbildfunktion einnehmen.“

Es soll auch auch „deutlich mehr privates Kapital in diesen Bereich gelenkt werden“.

Eine andere Maßnahme ist, die Nachhaltigkeit stärker zu einem Kriterium für die Auswahl der Baustoffe zu machen. Angesprochen wird hier die Ökobilanz der Materialien: „Wir wollen gemeinsam mit dem BMWSB die Grundlagen dafür schaffen, den Einsatz grauer Energie sowie die Lebenszykluskosten verstärkt betrachten zu können.“

Dafür soll „ein digitaler Gebäuderessourcenpass“ eingeführt werden.

Eine weitere Maßnahme ist Kreislaufwirtschaft, also die Wiederverwendung der Baustoffe. Dazu soll es eine „Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie“ geben: „Die Bundesregierung wird die Kreislaufwirtschaft als effektiven Klima- und Ressourcenschutz fördern. Hierzu werden wir den bestehenden rechtlichen Rahmen anpassen, klare Ziele definieren und abfallrechtliche Vorgaben überprüfen.“

Wie zu allen Einzelaspekten der vorgestellten Klimapolitik, werden auch zum Thema Gebäude Zahlen genannt: „Der Gebäudesektor emittierte im Jahr 2020 119 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Im Bezugszeitraum 2010 bis 2019 konnten die Emissionen (nicht klimabereinigt) um etwa 18 Prozent gemindert werden. Dies reichte aber nicht, denn sowohl 2020 als auch 2021 hat der Gebäudesektor sein Klimaschutzziel verfehlt. Um das Ziel für 2030 (maximal 67 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) einhalten zu können, ist eine deutliche Steigerung der Minderungsrate auf etwa 44 Prozent angezeigt.“

Und weiter: „Der Handlungsbedarf im Gebäudebereich ist erheblich, der Sektor ist vor große Herausforderungen gestellt. Der Endenergiebedarf in Wohngebäuden ist in den letzten Jahren sogar noch gestiegen anstatt zu fallen.“

Download „Eröffnungsbilanz Klimaschutz

(12.01.2022)