Das Saint Louis Art Museum präsentiert „Paintings on Stone: Science and the Sacred 1530-1800“, eine Ausstellung, die eine von Kunsthistorikern lange Zeit übersehene Tradition untersucht – die Verwendung von Steinoberflächen anstelle von Tafeln oder Leinwänden, auf denen beeindruckende Porträts, mythologische Szenen und sakrale Bilder dargestellt wurden. Die Ausstellung ist bis zum 15. Mai 2022 zu sehen.
Die vom venezianischen Maler Sebastiano del Piombo (1485-1547) in Rom entwickelte Praxis der Malerei auf Stein setzte sich in den 1530er und 1540er Jahren durch und erlebte in den folgenden 100 bis 150 Jahren eine Blütezeit.
Anfangs ließen die Maler den Stein nur selten unbemalt, sondern deckten ihn vollständig mit Farbe zu, da der Stein allein schon dem jeweiligenThema eine zusätzliche Bedeutung verlieh.
Gegen Ende des Jahrhunderts jedoch begannen die Künstler, auch die visuellen Eigenschaften des Steins zu nutzen.
Die Ausstellung zeigt fast alle verwendeten Gesteinsarten, darunter Lapislazuli, Marmor, Schiefer, Amethyst, Porphyr, Alabaster, Travertin (auch Alabaster cotognino genannt) und Obsidian.
Indem man Teile der Oberfläche unbemalt ließ, wurde das Blau des Lapislazuli zum Wasser oder zum Himmel, die Linien im Jaspis stellten die wogenden Wellen des Meeres dar, die konzentrischen Adern des Alabasters beschrieben den Himmel.
Die Verwendung von Steinträgern beschäftigte europäische Künstler und Mäzene bis ins frühe 18. Jahrhundert, und die Ausstellung zeigt auch Beispiele aus dieser Zeit.
Ein Ausstellungskatalog mit 320 Seiten ist erhältlich. Er wurde von Judith Mann, im Museum Kuratorin für europäische Kunst bis 1800, herausgegeben und ist mit mehr als 100 Beispielen illustriert. Das Nachschlagewerk zeigt die Bedeutung dieser Gemälde, ihre komplexen Bedeutungen und ihre technische Virtuosität.
Das Museum gibt eine Einführung in die Steine




