Die Helmspitze des Turms am Ulmer Münster als Puzzle mit 1000 Teilen

Die Box des Puzzles.

Im Puzzle schaut man aus einer Untersicht in das offene Gewölbe aus Natursteinmauerung in lichter Höhe über der Stadt

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat in ihrem Monumente-Shop viele Produkte, die die historische Bausubstanz würdigen: da gibt einen Schirm mit dem Maßwerk der Fensterrose am Kloster Ebrach, Quartettspiele zur Baukunst oder Postkarten mit Aufnahmen alter Bauwerke. Auch Puzzles zu (fiktiven) Burgen oder mittelalterlichen Städten kennt man. Diese Idee treibt die Stiftung nun einen Schritt weiter: es gibt die Helmspitze des Westurms am Ulmer Münster als Puzzle mit 1000 Teilen – wer die zusammengebracht hat, kann sich geistig durchaus so fühlen, als habe er körperlich die 768 Stufen bis zur Helmkranzgalerie hinter sich gebracht. Man kann auch sagen: wer das schafft, dem sind alle Sünden vergeben.

Bekanntlich handelt es sich um den höchsten Kirchturm Europas: 161,5 m.

Im Puzzle schaut man aus einer Untersicht in das offene Gewölbe aus Natursteinmauerung in lichter Höhe über der Stadt. Zu sehen sind Details im Strebewerk, die Vierpässe oder die Krabben und mehr. Auch über die Ausbalancierung der Kräfte kann man sinnieren.

1377 war auf Initiative der Ulmer Bürger der Bau des Münsters begonnen worden. Zahlreiche berühmte Meister wirkten an dem Großprojekt mit, bei dem mehrfach Probleme mit der Statik auftraten. 1543 wurde bei einer Höhe von 80 m der Weiterbau eingestellt. Der Grund: vom Anfang des 15. Jahrhunderts an war das Klima kälter geworden (Stichwort: Kleine Eiszeit), und die Wirtschaft erbrachte nicht mehr den Mehrwert, um solche Projekte zu finanzieren.

Ähnlich erging es dem Kölner Dom.

Erst 300 Jahre später hatten sich die Dinge wieder zum Positiven verändert: es wurde wieder wärmer und durch die Industrialisierung – Stichworte: fossile Brennstoffe, arbeitsteilige Produktion in den Fabriken, Eisenbahn als Transportmittel – blühte die Wirtschaft wieder auf. 1890 stellten die Ulmer Bürger ihr Projekt fertig.

Ein anderes der DSD-Puzzles zeigt übrigens eine Luftaufnahme des Doms zu Speyer.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt gemeinsam mit der Julius-Röhm-Stiftung seit 2008 Restaurierungsarbeiten am Ulmer Münster.

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(05.03.2022)