Das belgische Künstlerduo Studio DŌ spielt in seinen Kreationen mit den beiden Seiten der Steine, die da sind Rohblock und Skulptur

Studio DŌ: „Gemma ex Lapide“.Studio DŌ: „Gemma ex Lapide“.

Der kleine Block dient zur Aufbewahrung eines Schmuckstücks, welches aus demselben Material geschaffen wurde

Stein und genauso Naturwerkstein haben 2 gleichermaßen faszinierende Seiten: es gibt sie zum einen als das pure Material, das etwa im Steinbruch oder im Rohblock eine große Faszination ausstrahlt, zum anderen sind sie der Stoff für eine bearbeitete Form, etwa als Skulptur. Beide Varianten – packen wie sie unter einen Begriff der Physik: beide Aggregatzustände – kommen selten gemeinsam vor. Allenfalls auf Messen wird an Ständen manchmal vorne ein bearbeitetes Objekt und hinten auf einem Foto der Steinbruch gezeigt.

Nun hat das belgische Künstlerduo Studio DŌ im Fall einiger Schmucksteine die beiden Zustandsarten zusammengebracht: der rohe Brocken dient zur Aufbewahrung des Schmuckstücks. Das kann zum Beispiel ein Paar Manschettenknöpfe sein, das aus dem Rohstück herausgefräst wurde und am Ende des Tages wieder in dieses hineingesteckt wird.

Studio DŌ: „Gemma ex Lapide“.

„Gemma ex Lapide“ ist der Titel der Kollektion, frei übersetzt: vom Stein zum Schmuck. Die Künstler sind Dana Seachuga, von Haus aus Schmuckdesignerin, und Octave Vandeweghe, bildender Künstler. Sie gehen eigentlich unterschiedliche Wege, haben sich für Studio DŌ aber zusammengetan.

Sicherlich gehören ihre Arbeiten eher in die Kategorie der Kunstwerke als des Produktdesigns – wir hatten bei anderer Gelegenheit solchen Objekten den Oberbegriff der „funktionalen Skulptur“ gegeben. Die Preise sind gesalzen und sollen die Objekte wohl auch in den Rang von Sammlerstücken erheben.

Studio DŌ: „Gemma ex Lapide“.Studio DŌ: „Gemma ex Lapide“.

Vom Gewicht der Schmuckstücke, etwa der Manschettenknöpfe, der Ohrringe (hinters Ohr zu hängen) oder des Armreifs wollen wir gar nicht reden.

Beeindruckend aber ist die Leichtigkeit, mit der die beiden Künstler ihren Ideen und Assoziationen freien Lauf lassen. Genauso erlauben die Objekte dem Käufer das Erlebnis grenzenloser Freiheit beim Shopping – Konsum völlig losgelöst.

Studio DŌ: „Abra Candelabra“.Studio DŌ: „Abra Candelabra“.

Im Fall der Kollektion „Abra Candelabra“ spielen die beiden Künstler ihr Konzept auch für verschiedene Natursteine durch. Diesmal geht es um Kerzenhalter, die verzaubert wurden, wie man anhand des Namens erahnen kann: der eigentliche Halter ist aus einem Stück Stein herausgeschnitten, welches seinerseits aus dem tragenden Rohblock stammt und in ihm steckt.

Studio DŌ: „Abra Candelabra“.Studio DŌ: „Abra Candelabra“.

Bei der Kollektion „Vessels“ wird dasselbe Prinzip auf Vasen angewendet.

Auf der Webpage der Designer findet man weitere Objekte.

Alle Kunstwerke „sind mit einem authentischen, in den Stein eingebetteten DŌ-Etikett versehen“, heißt es auf der Webpage.

In der Selbstdarstellung sagen die beiden über sich: „Angetrieben von ihrer Liebe zur Steinbearbeitung erforschen sie die materielle und kulturelle Rolle von (Edel-)Steinen im Bereich der funktionalen Objekte. Nur gering sind die Eingriffe in das Material, nur minimal die Formen und die Ästhetik. Unübersehbar aber ist die Funktion des Objektes. Studio DŌ bearbeitet Designprojekte und nimmt Aufträge im Zusammenhang mit Stein, Kunst, Designobjekten und Schmuck entgegen. Marke und Arbeit stehen als Einheit nebeneinander und sind untrennbar miteinander verbunden.

Studio DŌ

Fotos: Studio DŌ

Studio DŌ: Octave Vandeweghe und Dana Seachuga.

(30.03.2021)